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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa del Santissimo Salvatore alla Torre

📍 Cefalù, Sizilien · 59/100

Gegründet 1143 von Georg von Antiochia, dem syrischen Großadmiral im Dienst des Normannenkönigs Roger II., gehört die Kirche Santa Maria dell'Ammiraglio — bekannt als Martorana und Sitz der Pfarrei San Nicolò dei Greci — seit dem 3. Juli 2015 zum Welterbe der UNESCO innerhalb der arabisch-normannischen Route von Palermo, Cefalù und Monreale. Der Bau steht unter nationalem Denkmalschutz: Das mittelalterliche siculo-normannische Gebäude schließt an das Teatro Bellini an und blickt im historischen Zentrum von Palermo auf die Kirche Santa Caterina d'Alessandria und den Palazzo Pretorio, unmittelbar benachbart ist die Kirche San Cataldo. Seit 1937 ist die Kirche Konkathedrale der Eparchie Piana degli Albanesi und beherbergt die Gottesdienste im byzantinischen Ritus für die italo-albanische Gemeinschaft.

Sehenswertes

Betreten wird der Bau durch den Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert auf quadratischem Grundriss: Das untere Geschoss öffnet sich in Arkaden mit Ecksäulen, darüber liegen drei Geschosse mit großen Zweibogenfenstern. Im Inneren durchquerst du zunächst einen Raum des 18. Jahrhunderts mit Gewölben, die Olivio Sozzi, Antonio Grano und Guglielmo Borremans ausgemalt haben. An der Stirnseite des ursprünglichen mittelalterlichen Baus haben sich zwei berühmte Mosaikfelder erhalten: Das eine zeigt Georg von Antiochia, wie er der Jungfrau Maria die Kirche darbringt und sich vor ihr niederwirft; das andere zeigt Roger II. in byzantinischer Kaisertracht, wie er die Krone unmittelbar von Jesus Christus empfängt, überschrieben mit der griechischen Inschrift „Rogerios rex“. Die mittelalterliche Anlage, ein lateinisches Kreuz mit Narthex und Atrium, bewahrt Spitzbögen und die Pendentifs der ursprünglichen Kuppel. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Architektur stark verändert: Zwischen 1683 und 1687 ersetzte Paolo Amato die mittelalterliche Hauptapsis durch einen neuen rechteckigen Baukörper, 1740 entwarf Nicolò Palma die barocke Fassade. Zwischen 1870 und 1873 führte der Architekt Giuseppe Patricolo eine puristische Restaurierung durch und entfernte die Marmorverkleidungen des 18. Jahrhunderts im Presbyterium, um die Kirche auf ihre mittelalterliche Gestalt zurückzuführen.

Der Besuch

Die Martorana ist der geistliche und liturgische Bezugspunkt für rund 15.000 in Palermo lebende Arbëreshë. Die offiziellen Feiern und die Sakramente folgen dem byzantinischen Kalender und werden auf Altgriechisch oder Albanisch gehalten. Im Kirchenjahr ragen Feste mit starkem identitätsstiftendem Charakter heraus: die Theophanie am 6. Januar (Ujët e pagëzuam), das Fest des heiligen Nikolaus von Myra am 6. Dezember (Dita e Shën Kollit) und vor allem die Karwoche (Java e Madhe) mit den Osterriten (Pashkët), die der Gesang „Christos anesti - Krishti u ngjall“ prägt. Bei traditionellen Hochzeiten kannst du noch die historischen Brautkleider aus der Tradition von Piana degli Albanesi sehen.

Tipp der Redaktion

Schau dir das Mosaik genau an, auf dem König Roger II. von Christus gekrönt wird: ein Werk byzantinischer Schule, das auch politisch außergewöhnlich ist. Der normannische Herrscher lässt sich mit den Gewändern des oströmischen Kaisers darstellen und bekräftigt so seine göttliche Einsetzung ohne irdische Vermittlung.

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