🏰 Burgen und Schlösser

Osterio Magno

📍 Cefalù, Sizilien · 40/100

Jahrhundertelang nannten die Einwohner von Cefalù ihn Domus Regia, das Haus Rogers II., doch der Palast, den man heute sieht, stammt von den Ventimiglia del Maro, Grafen von Geraci und später Fürsten von Castelbuono, die im 13. Jahrhundert ältere normannische Bauteile umbauten. Das älteste Dokument, das ihn nennt, ist das Testament vom 8. Januar 1387, mit dem Graf Francesco II. Ventimiglia alles seinem Sohn Enrico III. hinterließ. Die Familie behielt ihn bis 1602, als Giovanni III. Ventimiglia ihn an Simone de Flore verkaufte; nach dessen Tod 1603 gaben die Erben ihn an die Dominikaner weiter, die ihn in Wohnungen, Läden, Lager und sogar in ein Gefängnis zerlegten.

Sehenswertes

An der Via Amendola steht der zweifarbige Trakt, abwechselnde Bänder aus hellem Tuff und schwarzem Lavastein, mit drei feinen Doppelfenstern in einer Reihe: der meistfotografierte Teil und der älteste nach dem Turm. Am Corso Ruggero öffnet sich dagegen das große Dreifachfenster im Chiaramonte-Stil, wie die Doppelfenster an der anderen Front, das einen feierlichen Saal erhellt; dort hat sich die kleine Tür mit gerader Sturzplatte und dem Wappen der Ventimiglia del Maro erhalten, und der Bezug zum Palazzo Chiaramonte in Palermo liegt auf der Hand.

Der viereckige Turm erzählt die Schichtung des Ortes: Die unteren Lagen sind normannisch und ruhen auf griechischen Blöcken, die dreigeschossige Aufstockung entstand zwischen 1320 und 1330, und oben saß einst ein Wehrkranz mit Gusslöchern, der heute fehlt. In einem Raum im Erdgeschoss liegen die Reste einer wohl römischen Zisterne. Die von 1988 bis 1991 von der Architektin Silvana Braida geleitete Restaurierung brachte zusammen mit den Grabungen von Amedeo Tullio hellenistische Häuser, Bronzemünzen des 4. Jahrhunderts v. Chr. und ein Prunkbecken mit heraldischem Löwen aus dem 14. Jahrhundert ans Licht.

Der Besuch

Man betritt ihn vom Corso Ruggero, auf halber Strecke der Hauptgasse der Altstadt. Heute gehört das Gebäude der Region und dient als Ort für Ausstellungen und Tagungen: Was gezeigt wird, wechselt von Saison zu Saison, konstant bleibt der Bau selbst. Die Karte kostet ein paar Euro und ist in den Rundgängen der Kathedrale enthalten; geöffnet ist geteilt, vormittags und nachmittags, mit der üblichen Pause. Zwanzig Minuten bis eine halbe Stunde genügen, mehr, wenn eine Ausstellung läuft. Die Säle sind leer, ohne Möbel: Man schaut die Mauern an.

Tipp der Redaktion

Bevor wir hineingehen, laufen wir um den Block und nehmen die Via Amendola: Von dort liest sich die schwarz-weiß gebänderte Front am Stück, was vom Corso aus unmöglich ist, wo Menschenmenge und Schaufenster jeden Abstand fressen. Drinnen suchen wir dann die Stelle, an der das Mauerwerk wechselt: unten der behauene Stein der Griechen, darüber die Normannen, darüber wieder die Ventimiglia. Drei Epochen auf zwei Metern Wand.

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