🏰 Burgen und Schlösser

Palazzo Atenasio Martino dei baroni di Rocca e Valdina

📍 Cefalù, Sizilien · 43/100

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wollten die Eigentümer ein zweites Obergeschoss, und um hinaufzukommen, deckten sie die alte Freitreppe aus Pietra lumachella, die zum Hauptgeschoss führte, mit einem neuen Treppenlauf zu; der quadratische Innenhof mit dem Brunnen, seit jeher der Mittelpunkt des Hauses, wurde dabei zum großen Teil verbaut. Der Palast an der Piazza del Duomo von Cefalù trägt diesen Eingriff bis heute, dazu vier Jahrhunderte von Familien, die ihn weitergereicht haben.

Sehenswertes

Der Kernbau stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert und geht auf die Familie Burragato zurück. Im 16. Jahrhundert erweiterten ihn die Ruffino, indem sie angrenzende Häuser übernahmen — in sizilianischen Altstädten wuchsen Adelspaläste, indem sie die Nachbarn aufkauften. Anfangs beschränkte sich der Bau auf das Hauptgeschoss und ordnete sich um den großen quadratischen Hof mit Brunnen, den die Freitreppe aus Pietra lumachella erschloss, einem Kalkstein voller fossiler Muscheln, die man bei streifendem Licht einzeln im Block erkennt.

An der Fassade blieb das Tuffportal des 19. Jahrhunderts erhalten, das beim Aufstocken hinzukam. Im Hofdurchgang kamen bei jüngeren Arbeiten Fresken des 16. Jahrhunderts wieder zum Vorschein: Sie zeigen am unmittelbarsten, wie das Haus vor den Umbauten ausgestattet war. Die Reihe der Eigentümer steckt im Namen: Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging der Palast an Casimira Martino Valdina, Baronin von Rocca e Valdina, Ehefrau von Luigi Atenasio Battifora e Traverso, Baron von Montededero; er fiel als Erbe an ihre Tochter Giuseppina Atenasio und testamentarisch an Giovanna Cerami Atenasio De Spucches, die Girolamo Maranto heiratete, Professor und Bürgermeister von Cefalù. Die Erben Maranto besitzen ihn bis heute.

Der Besuch

Das Haus ist Privatbesitz: keine Kasse, keine Öffnungszeiten. Zu sehen ist die Front zum Platz mit dem Portal des 19. Jahrhunderts. Am besten betrachtet man sie vom erhöhten Vorplatz der Kathedrale aus, der den besten Blick auf die ganze Häuserzeile bietet. Zehn Minuten genügen, eingeplant beim Besuch der normannischen Kathedrale, die Roger II. 1131 begann; die Apsismosaiken schufen byzantinische Handwerker 1145, und seit 2015 gehört der Bau zum UNESCO-Welterbe des arabisch-normannischen Palermo. Der Platz ist autofrei und von überall in der Altstadt zu Fuß erreichbar.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen den frühen Morgen, bevor die Tische der Cafés den Platz einnehmen: Das Licht fällt flach auf die Fassaden, und man liest die Quader des Tuffportals einzeln ab. Steht das Tor offen, sieht man vom Durchgang aus den Hof — fragen Sie freundlich, bevor Sie eintreten, denn hier wohnen Menschen. Wer mehr wissen will, greift zur Bestandsaufnahme der Kulturgüter von Cefalù, die A. Tullio 1989 vorgelegt hat; sie bleibt die Referenz zu diesem und den anderen Palästen am Platz.

Cefalù entdecken

Die ganze Gemeinde: Guide, Orte, Küche und Veranstaltungen.