Das Kreuz auf der Spitze von San Giovanni Evangelista steht auf 449 Metern und markiert den höchsten Punkt von Modica: von hier oben überblickt die Mutterkirche von Modica Alta die Altstadt. Ein Gotteshaus gibt es an dieser Stelle mindestens seit 1150, als es in einer Bulle von Papst Eugen III. auftaucht, und hier stand San Pietro extra moenia aus dem 7. Jahrhundert, mit einem der sechs Klöster, die der heilige Gregor der Große in Sizilien gegründet hat.
Sehenswertes
Die Fassade, die du siehst, ist spät und bühnenhaft: nach den Schäden des Erdbebens von 1693 und dann von 1848 wurde sie mehrfach neu entworfen, bis hin zum klassizistischen Gewand vom Ende des 19. Jahrhunderts, zwischen 1893 und 1901 fertiggestellt und der Vorderseite der Collegiata in Catania ähnlich. Davor führt eine monumentale Freitreppe hinunter zum Platz, 1839 von Salvatore Toscano entworfen und von sechsundzwanzig Pfeilern flankiert, die einst ebenso viele Statuen trugen: heute sind nur noch drei übrig. Im Inneren, reich an Stuck mit den vier Evangelisten, wird die Addolorata-Gruppe aus dem 16. Jahrhundert bewahrt und, zu Füßen des Johannesaltars, eine Arche mit den Gebeinen der Märtyrerin Santa Temperanza, die Mitte des 17. Jahrhunderts hierherkamen.
Der Besuch
Die Kirche steht am höchsten Punkt der Altstadt: von ihrer linken Flanke führt ein Netz mittelalterlicher Gassen zum Belvedere del Pizzo, von dem aus du ganz Modica überblickst. Der richtige Halt, um den Aufstieg aus der Unterstadt abzuschließen und die Aussicht zu genießen.
Tipp der Redaktion
Komm am späten Nachmittag herauf: Treppe und weiße Fassade fangen das warme Licht ein, und das Belvedere del Pizzo, nur ein paar Schritte entfernt, schenkt dir den weitesten Blick über die Stadt. Ein Detail zum Suchen: die sechsundzwanzig Pfeiler der Freitreppe, Zeugen eines Schauentwurfs, der nie ganz vollendet wurde.
