🏺 Archäologische Stätten

Sito archeologico di Monte Finocchito

📍 Noto, Sizilien · 40/100

In den Gräbern von Monte Finocchito legte man den Toten mit dem Kopf auf eine erhöhte Bank aus Kalkstein, die aus dem Boden herausgearbeitet war: ein winziges Detail, das den Archäologen genügt, um diese Kultur von allen anderen sikulischen zu unterscheiden. Die Fundstätte liegt auf einem Berg im Gebiet von Noto, im Tal des Tellaro, und von der eisenzeitlichen Siedlung ist außer den Zuwegen fast nichts geblieben; es spricht die Nekropole. Die ersten drei Gräber sah 1886 Aldenhoven in der Flur Balzo del Lupo; dann kam Paolo Orsi, der ab 1893 Hunderte davon ausgrub, 72 am Südhang und 199 am Nordhang.

Sehenswertes

Die Gräber sind künstliche Felskammern, in die Wand geschlagen, für eine oder für mehrere Bestattungen, und heute stehen sie leer an der Bergflanke offen. Orsi fand auch eine Befestigung: eine halbrunde Bastion, durch eine Ringmauer mit einer kleineren verbunden, beide heute verschwunden. Der Berg hing über einen schmalen Sattel mit der Hochebene zusammen, wie Pantalica, und war dadurch kaum einzunehmen. Nicht weit davon liegen die Spurrillen eines Karrenwegs.

Die Grabbeigaben sieht man dagegen in Museen. Zur älteren Phase gehören Bogenfibeln mit geschlängeltem Bügel aus Bronze und Eisen sowie schlichtes Geschirr, Oinochoai, Askoi und Schalen mit parallelen Rillen oder gefiederter Ware. Zur jüngeren Phase, nach der Landung der Griechen, gehören Bronzeschmuck, Ketten, Ringe und Armreifen, Bügelfibeln mit Bernstein, Elfenbein und Knochen sowie Becher und Kotylai in korinthisch-geometrischem Geschmack. Das Material teilen sich das Museum Paolo Orsi in Syrakus und das Stadtmuseum für Archäologie in Noto.

Der Besuch

Sagen wir es klar: Das hier ist kein archäologischer Park. Es gibt keine Kasse, keine Schilder und keine Stege, und das Gelände ist Privatbesitz, der Zugang also schwierig und abzusprechen. Wer hinaufgeht, tut es zu Fuß, über Feldwege zwischen Olivenhainen und Trockenmauern, in festen Schuhen und mit Wasser: im Sommer ist der Berg mittags ein Backofen. Sinnvoll besucht man ihn andersherum: zuerst die Vitrinen der beiden Museen, die die Beigaben vollständig zeigen, dann der Berg, auf dem man begreift, warum diese Leute einen so unbequemen Platz wählten.

Tipp der Redaktion

Wir fangen im Museum Paolo Orsi in Syrakus an, Saal für Saal bis zu den Funden aus den Iblei, und behalten zwei Daten im Kopf: die Gründung von Syrakus am Ende des 8. Jahrhunderts und 660 v. Chr., als die griechischen Kolonien in die Monti Iblei vorstoßen. Zwischen diesen beiden Daten liegt der ganze Werdegang des Finocchito: erst ziehen sich die Sikuler auf die Höhen zurück, dann handeln sie mit den neuen Nachbarn, schließlich verschwinden sie.

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