Das Kloster wurde 1556 gegründet und vom Erdbeben von 1693 fast völlig zerstört, jenem, das den ganzen Südosten Siziliens niederlegte. Wieder aufgebaut und erweitert wurde es mit den Gaben der Gläubigen und dem Geld der örtlichen Herren, und die Arbeiten endeten erst 1748: ein halbes Jahrhundert, um das Haus armer Brüder wieder aufzurichten.
Sehenswertes
Die Anlage hat den einfachen Aufbau, den der Orden sich gab: die einschiffige Kirche, den kleinen Kreuzgang, die Zellen, die Wirtschaftsräume. Wie in vielen Kapuzinerklöstern schnitzten die Brüder das hölzerne Mobiliar selbst, und die Schlichtheit der Materialien gehört zur Regel, nicht zum Mangel an Mitteln.
Lange war hier das Noviziat: eine Zeitlang das einzige ganz Siziliens, und es kamen junge Männer aus Neapel, Bari und Malta. In den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde hier Theologie gelehrt, und noch heute ist das Kloster ein Haus der Ausbildung, kein Museum: Wer eintritt, betritt einen Ort, an dem gelebt wird.
Der Besuch
Das Kloster liegt knapp außerhalb von Sortino, an der Straße hinab ins Anapo-Tal, eine Autostunde von Syrakus; die Kirche ist offen, der übrige Komplex nur mit Einverständnis der Brüder zu besichtigen. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Zum Besitz gehört auch ein Wald, den die Kapuziner die Selva nennen. Er gehörte zum Kloster, weil die Regel verlangte, Holz und Nahrung selbst zu beschaffen; als der Staat das Kloster im neunzehnten Jahrhundert einzog, zog er auch die Bäume ein, und als die Brüder es zurückkauften, kauften sie auch diese zurück. Gehen Sie darin spazieren.
