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⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di San Lorenzo

📍 Firenze, Toskana · 82/100

Geweiht wurde sie 393, in Anwesenheit des heiligen Ambrosius, als sie noch knapp vor den Stadtmauern stand: San Lorenzo streitet um den Titel der ältesten Kirche von Florenz und war dreihundert Jahre lang deren Kathedrale. Ihre heutige Gestalt aber verdankt sie den Medici. Der Bankier Giovanni di Bicci, der im Viertel wohnte, unterstützte ab 1421 den Neubau, mit dem Filippo Brunelleschi betraut wurde; sein Sohn Cosimo schulterte das Unternehmen nach 1441 fast vollständig und wurde nach seinem Tod 1464 in einer Gruft bestattet, die man in einen Pfeiler genau unter dem Hochaltar eingelassen hatte. Von da an war San Lorenzo die Grablege der Familie, eine Tradition, die bis zum Aussterben des Hauses anhielt.

Die Fassade wurde nie vollendet: 1518 gab Papst Leo X. den Entwurf bei Michelangelo in Auftrag, den er im Wettbewerb Raffael und Giuliano da Sangallo vorzog; von der Idee blieb ein Holzmodell, denn technische und finanzielle Schwierigkeiten brachten alles zum Stehen. Bis heute zeigt die Kirche den rohen Stein, und auch der Vorschlag von 2011, sie nach Michelangelos Zeichnung fertigzustellen, blieb folgenlos.

Sehenswertes

Der Komplex ist eine Anthologie der Baukunst: die Alte Sakristei von Brunelleschi, 1428 für Giovanni di Bicci fertiggestellt; die Neue Sakristei von Michelangelo, von Leo X. für die Grabmäler der Herzöge Lorenzo von Urbino und Giuliano von Nemours und für die Gebeine von Lorenzo il Magnifico und seinem Bruder Giuliano gewollt; die Biblioteca Medicea Laurenziana, wieder von Michelangelo, für Papst Clemens VII.; die Fürstenkapelle, unter Ferdinando I. begonnen und so kostspielig, dass die Medici noch daran zahlten, als die letzte Erbin, Anna Maria Luisa, 1743 starb. Die Kuppel der Basilika malte Vincenzo Meucci 1742 mit der Glorie der Florentiner Heiligen aus.

Der Besuch

Heute besuchst du den Komplex mit drei getrennten Tickets und unterschiedlichen Öffnungszeiten: eines für Basilika, Alte Sakristei und Krypta; eines für das Museum der Medici-Kapellen, also Fürstenkapelle und Neue Sakristei, mit Eingang von der Rückseite an der Piazza Madonna degli Aldobrandini; eines für die Prunkräume der Biblioteca Laurenziana. Der Hauptkreuzgang dagegen ist frei zugänglich. Rund um die Kirche breitet sich der Markt von San Lorenzo aus.

Tipp der Redaktion

Nimm dir vor dem Eintreten einen Moment auf dem Platz für die Giebelfassade aus rohem Stein: Sie ist das sichtbarste Unvollendete von Florenz, und zu wissen, dass Michelangelos Holzmodell wirklich existiert, macht diese nackte Wand seltsam beredt. Geh danach nach hinten herum: Von der Piazza Madonna degli Aldobrandini aus gibt der Baukörper der Fürstenkapelle mit seiner großen Kuppel das Maß der großherzoglichen Ansprüche besser wieder als jeder Innenraum. Der Campanile, 54 Meter hoch, ist eine Zutat von 1740.

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