Coreglia bedeutet Durchgangsland, Ort, durch den man zieht, und kommt vom lateinischen Corrilia; das Antelminelli wurde 1862 angefügt, als der neue italienische Staat diese Gemeinde von jener unterscheiden musste, die heute Coreglia Ligure heißt, und es ist der Name einer bekannten Adelsfamilie des Lucchesischen. Das Wappen macht aus der ersten Hälfte des Namens ein Rebus: im weißen Feld steht ein Herz, für Core-glia, mit zwei goldenen achtstrahligen Sternen an den Seiten, die für die beiden Teile des Gebiets stehen, den Piano im Tal und den Ort hier oben; im roten Feld stehen drei Berge, für den Monte delle Tre Potenze, und obenauf eine Krone, für Francesco Antelminelli Castracani, den Karl IV. zum Grafen des Ortes machte. Die erste Urkunde ist von 1048 und gibt den Ort den Rolandinghi, langobardischen Herren der Pieve von Loppia; als die Antelminelli kamen, wurde die Feste durch die Kirche San Michele ersetzt und der ihr angelehnte Turm zum Glockenturm, während man eine neue Burg baute und unterirdische Gänge grub, um sich im Fall eines Angriffs rasch und ungesehen bewegen zu können.
Im Jahr 1272 entstand die Vicaria von Coreglia; Castruccio Castracani belagerte und nahm den Ort 1316 zurück; 1333 gab ihn Karl IV. auf Drängen der Lucchesen an Francesco Castracani, und 1438 trat Lucca die Vicaria für einen dreijährigen Waffenstillstand ab, um die eigene Unabhängigkeit von Pisa und Florenz zu wahren. Doch das, was von Coreglia zu erzählen lohnt, geschah im letzten Krieg. Der Ort liegt nahe der Gotenlinie und wurde von deutschen Truppen besetzt; Präfekturkommissar war in jenen Monaten Giovanni Gelati, ein antifaschistischer Anwalt aus Livorno, der mit seiner Familie hierher gezogen war, um den Bombardierungen zu entgehen. Bei ihm, seiner Frau Lydia und der kleinen Tochter waren noch zwei weitere Kinder, die sie als eigene ausgaben: es waren die Kinder jüdischer Freunde. Gelati nutzte seine Stellung mit Maß und Geschick zugunsten der örtlichen Bevölkerung bis zur Befreiung; und 2012 wurden er und seine Frau zu Gerechten unter den Völkern erklärt.