San Martino in Badia

Provinz: Bozen — Südtirol · Region: Trentino-Südtirol · Einwohner: 1.729 · PLZ: 39030

Hier haben mehr als neun von zehn Einwohnern das Ladinische als Erstsprache, und das ist keine folkloristische Angabe: St. Martin in Thurn ist der Ort, an dem das Ladinische erforscht und bewahrt wird. In der Burg über dem Dorf — Ciastel de Tor auf Ladinisch, Schloss Thurn auf Deutsch, Castel Tor auf Italienisch — hat das Museum Ladin seinen Sitz, das Museum der ladinischen Geschichte und Kultur; und im Ort befindet sich auch das Ladinische Institut «Micurà de Rü». Jeder Ort hat hier ohnehin drei Namen: die Gemeinde heißt San Martin de Tor, San Martino in Badia und Sankt Martin in Thurn, und dasselbe gilt für ihre Fraktionen — Antermëia, Antermoia, Untermoi; Lungiarü, Longiarù, Campill; Picolin, Piccolino, Pikolein. Zwischen 1923 und 1928 hieß die Gemeinde dagegen nur San Martino: die anderen zwei Drittel des Namens waren gestrichen worden.

Das Wappen erzählt, wer das Sagen hatte. Es ist geviertelt: im ersten Feld steht ein silberner Turm mit blauem Dach auf schwarzem Grund, der für Castel Tor steht und die Zeichen eines örtlichen Geschlechts aufnimmt; im zweiten ein silbernes Kreuz über drei grünen Bergen, das daran erinnert, dass die Gemeinde einst Gerichtssitz war, dass hier also Recht gesprochen wurde; das dritte und vierte Feld sind bloß grün und schwarz. Auch die alten Urkunden haben ihre Namensschicht hinterlassen: Sant Martin in Geder 1260, Sand Martein 1334, St. Martin an der Gader noch 1883. Und die Höfegruppe von Seres, die ein sehr eigenes Ganzes bildet, erscheint bereits als «Cerre» in einer Urkunde von 1177, mit der Papst Alexander III. sie dem Kloster Neustift zusprach.

Was liegt in der Nähe

Luftlinie vom Ortskern. Tippe auf einen Punkt, um die Seite zu öffnen.