Gazzo

Provinz: Padua · Region: Venetien · Einwohner: 4.291 · PLZ: 35010

Der Name kommt vom langobardischen gahagium, dem eingezäunten Grundstück — oder dem heiligen Hain: Die gazzi waren geschlossene Besitzungen, das germanische Gegenstück zu den römischen curtes, in denen Wald, Land und Wasser eine einzige wirtschaftliche und rechtliche Einheit bildeten. Im Wappen steht noch ein Baum, und bis vor einigen Jahrzehnten stand daneben auch ein Jäger, wegen des Wildes, das der Wald barg. Das erste Dokument stammt von 1187: Man begann zu roden, und Pistore, Bischof von Vicenza, belehnte Guido Alberti di Montorso mit Besitzungen, die im Wald von Gazo lagen.

Die Rodung ging jahrhundertelang weiter und stellte die Landschaft auf den Kopf: Im neunzehnten Jahrhundert war das Land beinahe Sumpf geworden, und zur Zeit des Anschlusses Venetiens an Italien war Gazzo für seine Reisfelder berühmt, viele davon im Besitz der venezianischen Familie Diedo. Man lebte in casoni mit Strohdächern, zwischen Reis, Futter, Mais, Trauben und einer kümmerlichen Seidenraupenzucht, und das Vieh war die einzige wirkliche Ressource. Verwaltungsmäßig gehörte der Ort bis 1853 zu Vicenza, kam dann an Cittadella und gleich darauf an Padua. Heute speisen die Quellen die Wiesen und die Milchviehställe, die Gazzo vom Mais der Nachbarn unterscheiden; eine davon, im Nordosten, heißt el fontanon del diavoeo und versiegt allmählich, weil der Grundwasserspiegel sinkt.

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