Dieser Ort ist aus einer Verwaltungsentscheidung entstanden. La Crocetta war ein bescheidenes Stück Land, das von Nogarè abhing, und der Name bedeutet schlicht eine kleine Straßenkreuzung; als sich 1902 Ciano und Nogarè zu einer eigenständigen Gemeinde zusammenschlossen, beschloss man, das Rathaus genau dort hinzusetzen, auf halbem Weg zwischen den beiden Dörfern, um keinem Unrecht zu tun. Um das Rathaus herum wuchs dann die Ortschaft, die der Gemeinde heute den Namen gibt. Der Montello, der bescheidene Höhenrücken, der diesen Namen vervollständigt, erhebt sich dreihunderteinundsiebzig Meter über der Ebene des Piave.
Die Gegend war aktiv partisanisch, und sie bezahlte dafür. Am 26. August 1944 verbrannten die Deutschen zur Vergeltung eine Osteria des Ortes und erschossen unweit davon sechs Partisanen, die man aus dem Gefängnis von Montebelluna geholt hatte; vier Tage später, bei einer Durchkämmung des Ortsteils Ciano, ergriffen und hängten sie zwei Zivilisten. In Crocetta saß der Rechnungshof der Italienischen Sozialrepublik, bewacht von der Zehnten MAS-Flottille: am 2. Januar 1945 waren es die Männer jener Einheit, die fünf Partisanen, nachdem sie sie gefoltert hatten, beim Friedhof von Ciano erschossen. Die Villa Pontello, die seit den zwanziger Jahren ein Mädchenwaisenhaus gewesen war, ist seit 1979 das Museum des Ersten Weltkriegs.