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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa della Madonna dell'Orto

📍 Venezia, Venetien · 63/100

Diese Kirche ist dem heiligen Christophorus geweiht, doch niemand nennt sie so. Den wirklichen Namen gaben ihr die Leute, wegen einer Marienstatue, die ein Bildhauer, Giovanni De Santi, unvollendet im Gemüsegarten seines Hauses gelassen hatte, nachdem der Auftraggeber sie abgelehnt hatte. Seine Frau schwor, sie habe sie nachts leuchten sehen; das Viertel begann zu pilgern, und die Brüder kauften sie für 150 Dukaten. Am 18. Juni 1377 zog die Madonna aus dem Garten in die Kirche ein und gab ihr den Namen, den sie noch trägt. Dreihundert Meter weiter zog zwei Jahrhunderte später Jacopo Tintoretto ein.

Sehenswertes

Dies war seine Pfarrei, und er füllte sie mit den größten Leinwänden, die er je gemalt hat: zu beiden Seiten des Chors das Jüngste Gericht und die Anbetung des Goldenen Kalbs, zwei Wände aus Malerei, hoch wie ein Haus, gebaut, um von unten gesehen zu werden, mit Gestalten, die auf den Betrachter zustürzen. In der Kapelle rechts vom Chor liegt sein Grab, mit denen seiner Kinder Domenico und Marietta, ebenfalls Maler. In der Kirche hängen außerdem seine Darstellung Mariens im Tempel, über einer Kapellentür, und weitere kleinere Werke von ihm.

Der Rest ist venezianische Backsteingotik: Die Front hat ihre Rosette, die Apostelstatuen in Nischen an den Seiten und einen marmornen Christophorus über dem Portal, das Kind auf den Schultern. Im linken Seitenschiff hängt eine Madonna mit Kind von Giovanni Bellini, rechts ein Johannes der Täufer unter Heiligen von Cima da Conegliano. Der Glockenturm mit der Zwiebelhaube und dem Erlöser darauf ist in der ganzen nördlichen Lagune zu sehen.

Der Besuch

Die Kirche liegt im Norden von Cannaregio, zehn Minuten zu Fuß von den Fondamente Nove, an einem stillen Platz abseits der Gruppenwege; sie gehört zum Kreis der Kirchen mit Eintritt, Einzel- oder Sammelkarte, sonntagvormittags und an Feiertagen geschlossen. Vierzig Minuten. Sie war eine der ersten Kirchen, die nach der Flut von 1966 mit in Großbritannien gesammelten Mitteln restauriert wurden.

Tipp der Redaktion

Sehen Sie beim Hinausgehen auf den Belag des Platzes: Er besteht noch aus Ziegeln im Fischgrätmuster, wie alle Plätze Venedigs, bevor man sie mit Stein pflasterte. Nehmen Sie dann die Fondamenta links, und in zwei Minuten stehen Sie am Campo dei Mori, vor dem Haus, in dem Tintoretto lebte und aus dem er jeden Morgen ging, um jene zwei Wände zu malen.

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