In Cassola steht das Rathaus nicht im größten Ortsteil. Der Ort, der der Gemeinde den Namen gibt, ist Cassola, doch wo die meisten Menschen wohnen, heißt San Giuseppe, auch Termine di Cassola genannt, mit einer eigenen Außenstelle der Gemeinde und der Bibliothek; und sein Name kommt von einer Kirche, die ab 1950 gebaut und dem heiligen Joseph geweiht wurde. Der Name der Gemeinde dagegen ist weit älter: 1085 erscheint er als Casasola, in der heutigen Form 1297. Woher er kommt, ist umstritten: Die einen lesen «casa sola», das einzelne Haus, später zu ca' sola verkürzt, die anderen sehen darin ein Gut, das einem Cassius gehörte.
Im Jahr 924 übertrug Berengar I. die Gerichtsbarkeit über dieses Land Sibicone, dem Bischof von Padua, demselben, dem er in jenen Jahren auch Marostica anvertraute, mit der Auflage, Burgen gegen die Ungarn zu bauen. Dann kamen Bassano, Vicenza, die Ezzelini und schließlich Venedig. Der Krieg erreichte diesen Ort spät, aber ganz nah: Nach Caporetto verlief die Front an Piave und Monte Grappa, und Cassola lag in vorderster Linie. Das Gefallenendenkmal wurde in Eile errichtet: Die Arbeiten begannen am 18. April 1920, eingeweiht wurde es am 9. Mai, drei Wochen später. Das Gemeindewappen, 1910 beim König beantragt, kam dagegen erst 1927.