Auf der Kuppe des Dorfes, wo heute die 1504 erbaute Kirche steht, war einst ein heidnischer Tempel: genannt wird er auf der oskischen Tafel von Agnone, einer der bekanntesten italischen Inschriften. Im Jahr 1847 fand man auf den umliegenden Feldern einen Bronzekopf aus dem dritten Jahrhundert vor Christus, der heute in der Nationalbibliothek von Frankreich in Paris aufbewahrt wird. Der Name hat sich unterdessen mehrfach gewandelt: erst Sanctus Johannes a podio Bacco, dann San Giovanni Lupino und erst im siebzehnten Jahrhundert der heutige.
Der Ort ist kammförmig auf einem Grat gebaut, mit Gassen, die rechtwinklig zu einer Mittelstraße hinablaufen, und die Mauern sind verschwunden, doch das Dorf erinnert sich ihrer in den Namen: es gibt noch immer eine via sotto le mura, die Straße unter den Mauern. Geblieben sind dafür die Mauerhäuser, mit geböschtem Mauerwerk und Stützbögen, und die Wirtschaftswege, die unter Laubengängen, über Treppen und durch überdeckte Durchgänge führen. Der alte Brunnen wurde zwischen 1808 und 1844 viermal instand gesetzt, das letzte Mal, um die verlorenen Wasseradern wiederzufinden.
Der Reiseführer für San Giovanni Lipioni
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Außerhalb von San Giovanni Lipioni, aber als Ausflug gut erreichbar.
