⛪ Kirchen und Heiligtümer

Tempio di Vesta

📍 Tivoli, Latium · 59/100

Es ist der meistgezeichnete Tempel Italiens: ein runder Steinbau am Rand einer Schlucht, mit dem Wasserfall darunter und der Leere ringsum. Gebaut wurde er im ersten Jahrhundert vor Christus, und im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert haben ihn alle Reisenden der Grand Tour gemalt, gestochen und aquarelliert, oft mit Hirten und Ruinen, die es nicht gab.

Sehenswertes

Vom Tempel sind zehn korinthische Säulen von achtzehn geblieben, die runde Cella mit Tür und Fenstern und der geschnittene Fries mit Rinderschädeln und Girlanden. Er ist klein, und genau darum geht es: Sein Ruhm hängt nicht von der Größe ab, sondern vom Ort, an den man ihn setzte, schwebend über der Schlucht des Aniene.

Daneben steht ein zweiter, rechteckiger Tempel, den die Tivoleser den der Sibylle nennen; wem die beiden Bauten wirklich geweiht waren, ist unsicher, und die Namen, die wir gebrauchen, stammen eher aus der Überlieferung als aus Urkunden. Unten gehört die Schlucht mit dem großen Wasserfall zum Park der Villa Gregoriana.

Der Besuch

Die Tempel stehen oben auf dem Felsen, am oberen Eingang der Villa Gregoriana; von außen sieht man sie kostenlos vom Plätzchen aus, für den Abstieg in die Schlucht und den Wasserfall braucht es die Parkkarte, die saisonal schließt. Eine halbe Stunde für die Tempel, zwei Stunden mit der Schlucht.

Tipp der Redaktion

Stellen Sie sich auf die andere Talseite, auf den Pfad, der in die Schlucht führt, und sehen Sie den Tempel von unten an: Es ist der Bildausschnitt von zweihundert Drucken in den Museen halb Europas. Von dort begreift man, dass jene Reisenden die Landschaft nicht übertrieben, sie wählten nur den Standort gut.

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