Cutrofiano verdankt seinen Namen einem Gegenstand: den cutrubbi, den Tongefäßen, die hier seit jeher gemacht werden — das Wort kommt vom griechischen khytra, Gefäß, und von Cutrubbiano gelangt man zu Cutrofiano. Es ist kein Werbeetikett: 1745, als die vom König von Neapel angeordneten Steuerkataster erstellt wurden, zählte der Ort etwa 650 Einwohner, und 150 von ihnen lebten von der Keramik, also fast jeder Vierte. Sie hatten verschiedene Namen, je nachdem, was sie drehten — pignatari, piattari, codimari —, und die Öfen standen mitten im Ort. Dass hier seit sehr langer Zeit Ton verarbeitet wird, bestätigt ein römischer Brennofen, der in Scacciato zutage kam.
Damit jene Öfen liefen, brauchte es Holz, und das Holz kam aus dem Wald von Cutrofiano, einem Streifen jener großen Macchia, die einst das untere Salento bedeckte: im fünfzehnten Jahrhundert war er noch Allmende, gehörte also allen, und erstreckte sich über tausend tomoli, wenig mehr als siebenhundert Hektar. Als man ihn mit der Aufhebung des Lehnswesens zwischen dem Lehnsherrn und der Universitas aufteilte, wurde seine Fläche fast halbiert, und der Lehnsherr wurde am Ende, «im Vergleichswege», Eigentümer eines öffentlichen Guts. Die Keramik blieb unterdessen: in den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts musste die Gemeinde den Staub der noch im Zentrum arbeitenden Öfen regeln, während viele Einwohner nach Norditalien, in die Schweiz, nach Deutschland und Belgien aufbrachen. Eine letzte Sache: seit 2007 gehört Cutrofiano dem Gemeindeverband der Grecìa Salentina an, obwohl hier das Griko seit rund anderthalb Jahrhunderten nicht mehr gesprochen wird.