In den Feldern von Lizzano stehen die Trulli — hier sagt man truddu —, und es lohnt sich, sie anzusehen, wenn man weiß, wie sie entstanden sind: sie sind aus den Steinen gebaut, die man aus dem Boden holte, um ihn bestellbar zu machen. Der Bauer räumte das Feld, und aus dem, was ihm vor den Füßen lag, errichtete er, ganz ohne Mörtel, einen Unterstand für das Werkzeug, für das Vieh und für sich selbst. Das Hindernis wurde zum Haus. Dasselbe gilt für die Trockenmauern, die das Land durchziehen, und für die specchie, die Steinhügel der alten Zeit; dazwischen liegen gut zwanzig masserie, die Olivenhaine, die Mandel- und Feigengärten und vor allem die Weinberge, denn Lizzano ist Land des Primitivo und des Negroamaro, und seine Herkunftsbezeichnung trägt den Namen des Ortes.
Das andere, was man ansehen sollte, ist ein Fluss, den es fast nicht gibt: der Ostone, lu Stoni, ein zeitweiliges Gewässer. An seinen Ufern, und besonders nahe dem Meer, kamen im Lauf der Zeit Geschirr, Keramik, Gold, Votivtempelchen, Nekropolen und ganze neolithische Dörfer ans Licht, darunter jenes von Bagnàra, das sogar einen Verteidigungsring besaß. Nördlich des Ortes tritt der Fluss in eine Gravina ein, und in den Felswänden öffnen sich Höhlensiedlungen byzantinischer Zeit, benutzt als Zuflucht während der Sarazenenüberfälle und später als Versteck in der Zeit des Brigantentums: dieselben Höhlen, Jahrhunderte später, aus demselben Grund. Mit den Trockenlegungen des späten neunzehnten Jahrhunderts wurde der Ostone in Dienst genommen und diente dazu, den Sumpf Rotonda über den canale dei Cupi zu entwässern, einen eigens gebauten Zufluss. Die Quellen aber, die ihn natürlich speisten, gibt es nicht mehr: ausgelöscht hat sie die maßlose Verbreitung artesischer Brunnen. Im Übrigen hat sich hier die Erde nur ein einziges Mal gerührt, am 20. Februar 1743: das Erdbeben, das Francavilla Fontana und Nardò zerstörte, ließ in Lizzano den Palast des Markgrafen sich neigen.