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Monumento a Ferdinando Petruccelli della Gattina

📍 Moliterno, Basilikata · 42/100

Ferdinando Petruccelli kam nicht mit dem Nachnamen zur Welt, an den Moliterno hier erinnert: „della Gattina“ hieß ein Landgut in seinem Besitz, und er hängte es sich selbst an, um die bourbonische Polizei von seiner Spur abzubringen. Geboren wurde er am 28. August 1815 im Ort, als Sohn eines Arztes, der den Carbonari angehörte; gestorben ist er am 29. März 1890 in Paris, nach einem Leben, das er fast vollständig damit verbracht hat, gegen jemanden zu schreiben.

Sehenswertes

Am Anfang steht ein Medizinstudium in Neapel, das er nie gebrauchen sollte: 1838 erschienen seine ersten Artikel, dann reiste er als Korrespondent nach Frankreich, Großbritannien und Deutschland. 1846 wurde er als Mitglied der Giovine Italia verhaftet und ausgerechnet nach Moliterno zurückgeschickt, unter Polizeiaufsicht. 1848 saß er für den Bezirk Melfi als Abgeordneter im neapolitanischen Verfassungsparlament und leitete „Mondo vecchio e mondo nuovo“, ein Blatt von solcher Schärfe, dass seine Gegner es ein dreckiges Käseblatt nannten und die Justiz es am Ende verbot, trotz der immer neuen Titel, unter denen er es weiterführte.

Nach dem Scheitern der Revolution von 1848, mit einem Kopfgeld und einem Todesurteil in Abwesenheit, hielt er sich ein Jahr lang zwischen Kalabrien, der Basilikata und dem Cilento versteckt und floh dann nach Frankreich. In Paris nannte man ihn Pierre Oiseau de la Petite Chatte, eine grobe Übersetzung seines Namens; er schrieb für La Presse und für den Journal des débats, und 1851 kämpfte er mit den Republikanern gegen den Staatsstreich Louis Napoleons, was ihn die Ausweisung kostete. In London arbeitete er für die Daily News von Charles Dickens. Nach Italien kam er im Gefolge Garibaldis zurück, weiterhin als Berichterstatter, und 1861 wurde er im Wahlkreis Brienza zum Abgeordneten gewählt. Vom neuen Italien blieb ihm vor allem die Enttäuschung, die er 1862 in „I moribondi del Palazzo Carignano“ niederschrieb, dem spöttischen Porträt seiner Turiner Parlamentskollegen, das Indro Montanelli später die Perle der italienischen Memoirenliteratur jener Zeit nannte.

Der Besuch

Das Denkmal steht im Freien: keine Öffnungszeiten, kein Eintritt. Moliterno liegt auf 879 Metern über dem Val d'Agri, und der Ort, in den man Petruccelli 1846 zurückschickte, drängt sich noch immer um die mittelalterliche Burg, die aus dem langobardischen Turm gewachsen ist, bei dem sich die Überlebenden von Grumentum gesammelt hatten.

Tipp der Redaktion

Nehmen Sie sich eine Stunde für die MAM, die Musei Aiello Moliterno: die Abteilung zu Michele Tedesco und zum lukanischen Ottocento deckt genau Petruccellis Jahrhundert ab und zeigt, aus welcher Provinz ein Mann kam, der in Paris am Ende auf Französisch seinen Lebensunterhalt verdiente.

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