Mitten im Ort steht ein Bogen, und jahrhundertelang trennte er zwei verschiedene Dörfer. Auf der einen Seite lag Firmo Sottano, das die Arbëreshë Ka Këllogjeri nennen, vom Mönch: die Dominikaner von Altomonte hatten das Gelände vom König von Neapel gekauft, zusammen mit der Erlaubnis, es zu bebauen, und besiedelten es sogleich mit Albanern. Am elften Januar 1503 gewährte der Prior im Kapitelsaal des Klosters San Domenico einem guten Dutzend von ihnen die Bedingungen ihrer Niederlassung, vor neun weiteren Ordensleuten; die Zählung jenes Jahres verzeichnet neun Strohhütten und die Namen derer, die darin wohnten, einen nach dem anderen. Auf der anderen Seite lag Firmo Soprano, Land der Sanseverino: 1502 verlieh es der Fürst von Bisignano dem Condottiere Alessio Greco, aus Konstantinopel gekommen, damit er dort eine Siedlung von Albanern oder Griechen errichte, und der Preis waren drei Carlini, ein Huhn, zwei Eier und ein Tagewerk für jede Feuerstelle. Alessio plante die Siedlung und gab sie dann auf; die ersten Häuser zog 1548 Cesare Greco hoch, vielleicht sein Enkel, gestützt auf die vom Großvater unterschriebenen Papiere. Die beiden Weiler wurden erst durch ein französisches Gesetz von 1807 eine einzige Gemeinde.
Was vom anderen Ufer der Adria kam, ist geblieben. Hier spricht man noch Arbërisht, und es bewahrt altertümlichere Wörter als das heute in Albanien gesprochene Albanisch, weil jene Sprache sich im Kontakt mit anderen Kulturen weiter verändert hat, während diese vor allem mündlich weitergegeben wurde. Der Ritus ist griechisch-byzantinisch, und der Ort gehört zur 1919 errichteten Eparchie Lungro der Italo-Albaner: der liturgische Kalender deckt sich nicht mit dem römischen, und die Karwoche heißt Java e Madhe, Ostern Pashkët. Im Mai hält man die vallje ab, die Tänze in Galatracht, einem Kleid aus vierzehn Teilen, das inzwischen nur noch die sehr alten Frauen tragen. Und das alte Dominikanerkloster, das dem unteren Weiler den Namen gab, ist heute das Museum der Künste und Überlieferungen der Arbëreshë.
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