Der Name ist eine Addition: Zwischen 1370 und 1389 vereinigte der Graf von Gerace, Antonio Caracciolo, fünf Dörfer und nannte sie Quinquefrondium; nach einer anderen Erklärung wären die fünf dagegen die Türme, die die Befestigung umgaben. Noch früher, sagt die Überlieferung, standen hier zwei heidnische Tempel, einer davon den Musen geweiht, sodass der Ort eine Zeit lang auf Lateinisch Templum Musarum hieß. Um das vierte Jahrhundert wurde hier ein Kloster basilianischer Mönche errichtet, im siebten aufgegeben und dann zeitweise weitergenutzt bis 1783, als das Erdbeben es zerstörte und den Ort dem Erdboden gleichmachte. Von jenem Beben verzeichnen die Quellen eine genaue Merkwürdigkeit: Der Weiler Giffuni ging unter, der Bach Giffuni verschwand, und an seiner Stelle erschien ein kleiner See. Alle alten Paläste von Cinquefrondi stammen aus der Zeit nach jenem Jahr.
Das Eigenste aber sieht man am zweiten Sonntag im September, zum Fest des heiligen Rochus. Vor den Häusern baut man die deserti: Unterstände aus Brettern und Stangen, innen mit Schilf ausgekleidet, das mit Flusspflanzen verflochten ist, und darin stellt man die Stationen des Heiligenlebens nach, den Rückzug in die Höhle, die wundertätige Quelle, die Pflege der Pestkranken, das Gefängnis, die Kirche. Manchmal treten dort Kinder als Gefangene oder als Kranke verkleidet auf. In der Prozession gehen einige barfuß, mit den pajjaredi auf dem Kopf, Dornenglocken in Form eines Heuhaufens; und während der Novene ziehen die Kinder mit bemalten Tabletts umher, um das Geld für das Feuerwerk zu sammeln.