Der Name Arzano hat drei Erklärungen, und keine setzt sich durch: die alten Bögen, die es im Gebiet gab; oder aer sano, gesunde Luft, wie Giustiniani wollte; oder ein römischer Grundbesitzer namens Artius, mit der Endung, die «gehörig zu» heißt. Die Urkunden dagegen sind genau: Die erste ist ein Grundstücksverkauf aus dem Jahr 937, datiert nach der Regierung Konstantins VII., des Purpurgeborenen — denn das Herzogtum Neapel blickte noch nach Konstantinopel. Die zweite stammt von 1110, und in der dritten, aus angevinischer Zeit, heißt der Ort Artianu. So nah an der Hauptstadt, blieb Arzano ein Krondorf und genoss dieselben Steuerprivilegien wie Neapel.
Der Vizekönig, der Graf von Lemos, nahm die Trockenlegung des Clanio wieder auf und übertrug die Arbeit Giulio Cesare Fontana: So entstanden die Lagni, jene Kanäle, in denen die Arzaneser später den Hanf weichten. 1656 halbierte die Pest die Bevölkerung. Vom alten Ort blieben die Fassade der Annunziata aus dem dreizehnten Jahrhundert, die Kapelle der Madonna della Bruna aus dem elften, der Glockenturm von Sant'Agrippino aus dem siebzehnten — der Patron, dessen Fest im November liegt — und ein Straßenname: Der Corso Salvatore D'Amato hieß einst Rettifilo al Bravo, nach den bravi, die die kleinen Herren in Sold hielten, und eine Schenke «al bravo» gibt es noch. Heute ist Arzano vor allem Papier: Kartonagenbetriebe, Papierverarbeiter und die einzige Papiermühle, die in der ganzen Metropolitanstadt Neapel geblieben ist. Neapels Zentrum und Capodichino liegen wenige Minuten entfernt, und die Küchen der Gegend — Pizzerien und Frittierstuben — halten Preise, die das Zentrum vergessen hat.