Das Theater von Pompeji ruht nicht auf gemauerten Substruktionen wie die späteren römischen: Es ist in die Flanke des Hügels geschnitten, nach griechischer Art, das natürliche Gefälle zu nutzen. Gebaut wurde es in samnitischer Zeit, also bevor die Stadt römisch wurde, und es fasste etwa fünftausend Menschen, eine Zahl, die zeigt, wie groß diese Provinzstadt wirklich war.
Sehenswertes
Man erkennt die drei Ränge der Sitzstufen, die Zugangsgänge, die halbrunde Orchestra und die Fundamente der Bühne. Über der Cavea liefen die steinernen Ringe, in die man die Stangen des Sonnensegels steckte. Hinter dem Theater öffnet sich der große Vierseithof, das Foyer der Zuschauer, das nach dem Erdbeben zur Gladiatorenkaserne umgebaut wurde.
Die große Erneuerung kam in augusteischer Zeit, bezahlt von der Familie der Holconii, die in Pompeji Reben zog und sich mit einer Tafel im Theater in Erinnerung brachte. Hier gab man Komödien, Mimen und Pantomimen sowie die Atellanen, die italische Volksposse mit festen Masken: keine griechische Tragödie, sondern komisches Theater, das die Leute verstanden.
Der Besuch
Das Theater liegt im Südteil der Ausgrabung, nahe dem Dreiecksforum und dem kleinen Theater; der Besuch ist im Ticket von Pompeji enthalten. Eine halbe Stunde. Im Sommer finden hier Abendvorstellungen statt, und eine davon zu sehen ist eine andere Art, den Ort zu erleben.
Tipp der Redaktion
Steigen Sie in die oberste Reihe und setzen Sie sich: Von dort sieht man die Bühne, dahinter die Stadt und ganz hinten den Umriss des Vesuv. Sprechen Sie dann mit normaler Stimme nach unten und lassen Sie jemanden in der Orchestra zuhören. Die Akustik wirkt noch, und daran wird klar, dass dies keine Ruine ist, sondern eine Maschine.
