1930 fanden Archäologen beim Ausgraben der Keller dieses Hauses in Pompeji eine Holztruhe mit 118 Stücken silbernen Tafelgeschirrs, in Tuch gewickelt und sorgfältig verstaut. Jemand hatte sie an der tiefsten Stelle des Hauses in Sicherheit gebracht, vielleicht während des Umbaus, vielleicht als der Vesuv zu grollen begann. Das Haus des Menander ist eines der größten der Stadt, fast 1800 Quadratmeter, und hat seinen Namen nicht vom Besitzer, sondern vom Bildnis des griechischen Dichters Menander, gemalt in einer Nische am hinteren Ende des Gartens.
Sehenswertes
Das Haus liest sich wie eine Schichtenfolge: Das Atrium ist der älteste Teil, von 250 vor Christus, und im Vergleich zum Rest bescheiden; ein Jahrhundert später kamen die Tuffkapitelle des Eingangs und des Tablinums; in augusteischer Zeit kaufte und riss der Besitzer die Nachbarhäuser ab, um das große Säulenperistyl zu öffnen, und richtete im Westen eine private Badeanlage ein, mit ihrer Folge warmer und kalter Räume. Im Osten, auf der anderen Seite, liegen die Küchen, die Ställe und die Unterkünfte der Dienerschaft.
Die Malereien gehören zum vierten Stil, und der eindrucksvollste Raum ist der mit den Szenen vom Fall Trojas: das Pferd, Kassandra, die Griechen, die aus dem Holz steigen. An der Rückwand des Peristyls läuft die Reihe der Nischen, und in der mittleren sitzt Menander mit der Schriftrolle in der Hand. Der Besitzer der letzten Stunde hieß Quintus Poppaeus: Der Name tauchte auf einem Bronzesiegel in den Dienerräumen auf, das einzige Zeugnis dafür, wer hier wohnte.
Der Besuch
Das Haus liegt in der Regio I, kurz hinter dem Eingang Porta Anfiteatro und an der Via dell'Abbondanza; es ist im Ticket der Ausgrabung enthalten. Zwanzig Minuten, eine halbe Stunde, wenn man die Malereien in Ruhe ansieht. Die Öffnung der pompejanischen Häuser wechselt nach Schichten und Wartung: Prüfen Sie den aktuellen Plan am Eingang. Das Silber ist nicht hier, sondern im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel.
Tipp der Redaktion
Suchen Sie nicht nur die Fresken: Suchen Sie die Baustelle. Als der Vesuv ausbrach, wurde das Haus umgebaut, und die Archäologen fanden Amphoren voll fertigem Stuck und einen provisorisch in einer Ecke aufgestellten Ofen. Das sind die Maurer, die nie zurückkamen, um die Arbeit zu beenden, und in ganz Pompeji macht nichts jenen Augusttag greifbarer als ein stehen gelassener Eimer.
