Die Kirche Santissimo Salvatore ist eines der wichtigsten Gotteshäuser Terracinas, im unteren Teil der Altstadt, im Borgo Pio. In Dokumenten heißt sie auch Chiesa Nuova oder Chiesa Grande. Gewollt hat sie Papst Pius VI., Gründer des neuen Terracina, der den ersten Entwurf Giuseppe Valadier übertrug: eine Kirche mit Kloster für die Dominikaner, dem heiligen Pius V. geweiht, vor einer Exedra an der Via Appia. Doch der Papst starb 1799 als Gefangener in Frankreich, ohne die Fundamente gesehen zu haben, und 1815 verzichteten die Dominikaner auf das Kloster.
Sehenswertes
1830 ging das Projekt an den päpstlichen Architekten Antonio Sarti aus Budrio, Professor an der Accademia di San Luca; 1831 begann der Bau unter Luigi Mollari. Sarti betonte die Fassade mit einem großen Pronaos und rückte die beiden Seitenbauten zurück; sein Entwurf gewann die Goldmedaille auf der Londoner Weltausstellung von 1864. Die Exedra davor, heute Piazza Garibaldi, vollendet die von Pius VI. gewünschte Szenerie; an der Fassade liest man die Widmung DEO SALVATORI.
Die Kirche ist vom Portal bis zur Apsis etwa 80 Meter lang und 30 breit, mit den Kapellen über 2000 Quadratmeter groß. Die Arbeiten füllten fast das ganze Pontifikat Gregors XVI., den eine Tafel über dem Portal preist; die Hauptstrukturen waren 1845 fertig, wie die Inschrift am Giebel sagt. Eine Tafel am linken Vierungspfeiler erinnert an das Ende Pius' VI.
Der Besuch
Die Kirche wurde an Weihnachten 1843 gesegnet und eingeweiht, Pfarrei wurde sie aber erst 1854. Mess- und Öffnungszeiten sind bei der Pfarrei zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Am 1. Mai 1843 feierte Gregor XVI. hier die Messe, als die Kirche weder Altäre noch Fußboden hatte, an einem großen Holzaltar, den alle Tischler Terracinas in einer einzigen Nacht gebaut hatten.


