Die Kathedrale von Terracina steht nicht neben dem römischen Tempel: Sie steht in ihm. Als man im fünften Jahrhundert begann, hier eine Kirche einzurichten, benutzte man, was vom Tempel des städtischen Forums geblieben war, und die Treppe, die man hinaufsteigt, ist noch die antike. Davor liegt das Pflaster des römischen Platzes offen, mit der Inschrift des Beamten, der es legen ließ.
Sehenswertes
Über dem Portikus läuft ein Band mittelalterlichen Mosaiks mit Figuren und Tieren auf Goldgrund, gefertigt von den römischen Marmorarbeitern, die Einlegearbeiten aus farbigem Stein schnitten. Drinnen stammen aus demselben Handwerk der Fußboden, die Kanzel und der Leuchter für die Osterkerze, eine mit Steinchen überzogene gedrehte Säule.
Die Kirche wurde 1074 neu geweiht, und hier geschah etwas, woran Terracina sich noch erinnert: 1088 versammelten sich die Kardinäle in dieser Kathedrale und wählten einen Papst, Urban den Zweiten, jenen, der wenige Jahre später den ersten Kreuzzug ausrufen sollte. Ein Konklave in einer Provinzstadt Latiums, weil Rom in jenem Moment kein Ort zum Bleiben war.
Der Besuch
Die Kathedrale liegt an der Piazza del Municipio, in der Oberstadt, zehn Minuten zu Fuß vom Meer; Eintritt frei, mittags und während der Gottesdienste geschlossen. Eine halbe Stunde. Der Platz ist Fußgängerzone, man kann ihn umrunden.
Tipp der Redaktion
Bleiben Sie vor dem Aufstieg mitten auf dem Platz stehen und sehen Sie auf den Boden: Die Steinplatten sind jene, auf denen die Römer gingen, und die Inschrift mit dem Namen dessen, der das Pflaster bezahlte, ist noch zu lesen. Heben Sie dann den Blick zur Kirche, die darauf steht. Auf wenigen Quadratmetern liegen zweitausend Jahre, ohne Vitrinen und ohne Eintrittskarte.
