In Rom heißt sie auch Ponte Mollo, und der Spitzname ist verdient: wenn der Tiber Hochwasser führt, ist dies die erste Brücke, die überflutet wird, die also nass wird. Der amtliche Name kommt dagegen, wie man annimmt, von einem Molvius aus der gens Molvia, dem der Bau zugeschrieben wird. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 207 vor Christus, bei der Rückkehr von der Schlacht am Metaurus im zweiten Punischen Krieg: damals war sie noch aus Holz, und erst der Zensor Marcus Aemilius Scaurus baute sie in Stein neu. Da sie auf der Achse der Via Flaminia lag, war sie der Zwangsübergang für jeden, der Rom nach Norden verließ.
Sehenswertes
Von der römischen Brücke sind nur die drei mittleren Bögen erhalten: die an den Enden waren durch hölzerne Zugbrücken ersetzt worden, und Giuseppe Valadier baute sie zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts neu, wobei er am nördlichen Zugang einen Turm im klassizistischen Stil hinzufügte. Am südlichen Zugang steht eine Gruppe mit der Taufe Jesu, im siebzehnten Jahrhundert von Francesco Mochi gemeißelt, doch auch sie ist nicht das Original: das Original steht in der Vorhalle des Museo di Roma im Palazzo Braschi. Und am Nordende erhob sich einst eine mittelalterliche Befestigung namens Tripizzone, errichtet auf einem Wehrturm des dritten Jahrhunderts und im fünfzehnten Jahrhundert abgetragen.
Der Besuch
Hier wurden die Verschwörer Catilinas festgenommen, genauer gesagt Titus Volturcius: aus den bei ihm gefundenen Briefen zog Cicero die Beweise, mit denen er tags darauf die Verschwörung im Senat aufdeckte. Vier Jahrhunderte später, im Jahr 312, wurde auf den Feldern um die Brücke die Schlacht zwischen Konstantin und Maxentius geschlagen. Über jenen Tag geht eine Legende: Konstantin soll ein Kreuz mit der Aufschrift In hoc signo vinces gesehen haben, und daraus seien der Sieg und seine Hinwendung zum Christentum gekommen. Doch es gibt eine zweite, die jenes Kreuz über dem Monte Musinè im Susatal erscheinen lässt, im selben Jahr und ebenfalls gegen Maxentius, aber in der Schlacht bei Turin.
Tipp der Redaktion
Die Brücke ist bis zu uns gelangt, aber nicht ohne Unterbrechungen: 1849 ließ Garibaldi sie sprengen, um den Vormarsch der französischen Truppen zu bremsen, und im Jahr darauf wurde sie wieder aufgebaut. Wenn man das weiß, geht man anders hinüber. Blicken Sie hinunter zum Wasser und suchen Sie die drei mittleren Bögen: sie sind der einzige wirklich antike Teil von allem, was Sie unter den Füßen haben.
