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⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di Santa Maria del Popolo

📍 Roma, Latium · 77/100

Die Kirche steht dort, wo Neros Grab stand. Im Jahr 1099 ließ Papst Paschalis II. das Mausoleum der Domitii Ahenobarbi abreißen, jener Familie, in die der Kaiser hineingeboren wurde und in der er bestattet lag, und an der Stelle eine Kapelle errichten: vielleicht aus Dank für die Befreiung des Heiligen Grabes, die im selben Jahr geschah. Bezahlt hat es das römische Volk, und daher kommt der Name, auch wenn populus im Lateinischen zugleich das Volk und die Pappel bedeutet. Am Triumphbogen zeigt eine Stuckdekoration die Legende der Gründung: die Kirche hat sich ihren eigenen Ursprungsmythos ins Haus geholt.

Sehenswertes

Zwei Kapellen lohnen die Reise. In der Cerasi hängen zwei Caravaggios, die Bekehrung des Paulus und die Kreuzigung Petri, und zwischen ihnen, auf dem Altar, die Himmelfahrt Mariens von Annibale Carracci. Die Chigi-Kapelle entwarf Raffael zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts für den Bankier Agostino Chigi; anderthalb Jahrhunderte später legte Bernini für Kardinal Fabio Chigi erneut Hand an, der Papst Alexander VII. werden sollte. Dieselbe Familie, dieselbe Kapelle, die beiden größten Namen der römischen Kunst im Abstand von sechs Generationen.

Der Besuch

Den Chor baute Bramante um, und dort stehen die Grabmäler, die Andrea Sansovino für die Kardinäle Ascanio Sforza und Girolamo Basso Della Rovere schuf, mit einem von Pinturicchio ausgemalten Gewölbe und Fenstern von Guillaume de Marcillat. Im rechten Seitenschiff bewahrt die Kapelle Basso Della Rovere noch ihren ursprünglichen Boden aus Deruta-Keramik. Eines sollte man wissen: die Kirche, die Sie sehen, wurde ab 1472 auf Wunsch von Sixtus IV. neu errichtet, und der Baumeister war Giovannino de' Dolci. Die Überlieferung, die sie Baccio Pontelli zuschreibt und die auch Vasari wiederholt, ist zurückzuweisen.

Tipp der Redaktion

Sehen Sie sich die Tafel am Hochaltar an: es ist eine byzantinische Madonna des dreizehnten Jahrhunderts, und die jüngste Restaurierung hat darauf die Signatur von Filippo Rusuti zutage gefördert. Ein jahrhundertelang angebetetes Bild hat am Ende den Namen dessen genannt, der es gemalt hat. Das andere hier verehrte Bild, jenes der heiligen Maria vom Volke, ließ Papst Gregor IX. im Jahr 1227 aus dem Lateran herbringen. Und noch etwas: die Basilika wird seit der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts von den Augustinern betreut, und gerade als Augustiner war Martin Luther Gast dieser Kirche, als er nach Rom kam.

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