Auf dem Monte Soratte wurde vor Rom der Gott Soranus verehrt. Plinius berichtet, sein Kult sei von den Familien der Hirpi Sorani, der Wölfe des Soranus, gepflegt worden, die dem Gott zu Ehren über glühende Kohlen gingen — und dass eben deshalb ein Senatsbeschluss sie vom Kriegsdienst und von anderen Pflichten befreit habe; auch Vergil lässt in der Aeneis Apollo als Hüter des heiligen Soracte anrufen und spricht von derselben Feuerpraxis. Später wollte es eine Legende des fünften Jahrhunderts, dass Papst Silvester sich auf diesen Berg vor Konstantin flüchtete, und auf dem Gipfel wurde ihm ein Kloster gestiftet; auf diese Episode bezieht sich Dante, wenn er im siebenundzwanzigsten Gesang des Inferno den Soratte nennt.
Der Name des Ortes ist ein vom Gebrauch abgeschliffener Heiligenname. Das Chronicon des Mönchs Benedikt verzeichnet unter den Schenkungen Karlmanns an das Kloster eine Curtem Sancti Heristi, also den Hof des heiligen Edistus, eines Märtyrers des ersten Jahrhunderts: Von Sanctus Edistus ging der Name über Sanctus Heristus, Santo Resto und San Tresto, bis er Sant'Oreste wurde. Das Castrum Sancti Heristi stammt von 747, und eben jener Karlmann — der gerade das Amt des Hausmeiers seinem Bruder Pippin dem Jüngeren überlassen hatte — verbrachte ein Jahr auf diesem Berg, bevor er nach Montecassino zog. Im Jahr 1546 vereinigte Paul III. Sant'Oreste und Ponzano samt ihren Klöstern zu einer einzigen Kommende für seinen Neffen, Kardinal Alessandro Farnese: Danach wuchs der Ort, der Abtspalast wurde errichtet, die Mauern 1554 erneuert, und 1576 ließ der Kardinal das Statut der Gemeinschaft aufsetzen.
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