Der Wehrturm von Ospedaletti wurde im Januar 1597 fertiggestellt, und für ein kleineres Militärbauwerk der Riviera ist es selten, den genauen Monat zu kennen. Der staatliche Denkmalkatalog führt ihn unter dem nüchternen Namen «Torrione del 1597» und schreibt ihn örtlichen Handwerkern des späten sechzehnten Jahrhunderts zu; im Ort nennen ihn alle Torrione Saraceno, ein Beiname, der auf die Überfälle vom Meer her verweist, gegen die sich die ligurische Küste in jenem Jahrhundert wappnete. Er steht in der via Pio VII Nummer 4, im alten Kern, und gehört dem Staat.
Sehenswertes
Der Turm ist das zweite Stück einer in zwei Schritten gedachten Verteidigung. Das erste war der Wach- und Signalturm, den man 1558 an der Straße zur punta San Pietro errichtete, hoch über dem Wasser: Seine Aufgabe war es, weit zu sehen und Alarm zu geben. Dieser hier entstand rund vierzig Jahre später unten zwischen den Häusern, dort, wo der Alarm ankam und die Leute Schutz suchen mussten. Beide als Paar zu lesen ist der richtige Weg, den Ort zu verstehen: eine Handvoll Fischer und Olivenhaine, die sich binnen zweier Generationen zwei Türme leistet.
Ringsum liegt der alte Teil von Ospedaletti, gewachsen entlang des Küstenstreifens zwischen capo Nero und capo Sant'Ampelio, während der moderne Ort die Hänge über der Bucht hinaufgestiegen ist. Wenige Schritte entfernt steht die kleine Kirche Sant'Erasmo, im vierzehnten Jahrhundert von den Johannitern gegründet, deren Hospiz dem Ort seinen Namen gab; etwas weiter verläuft der corso Regina Margherita, die nach 1880 angelegte Prachtstraße, als eine Pariser Immobiliengesellschaft den Flecken zum Kurort wählte und seinen Grundriss mit zwölf neuen Straßen neu schrieb.
Der Besuch
Die via Pio VII ist eine schmale Gasse der Altstadt, wenige Minuten von der Uferpromenade: Der Turm wird von außen betrachtet, er ist kein Museum und hat weder Öffnungszeiten noch Eintritt. Die Straße trägt den Namen von Papst Pius VII., der am 11. Februar 1814 in der nahen Kirche Sant'Erasmo Station machte. Ospedaletti hat seinen Bahnhof nicht mehr, 2001 geschlossen, als die Strecke weiter landeinwärts in einen Tunnel verlegt wurde: Die alte Trasse am Meer ist zum Radweg der Riviera geworden, und mit dem Rad aus Sanremo herzukommen bleibt der bequemste Weg.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen, die beiden Türme in der Reihenfolge zu nehmen, in der sie arbeiteten: erst hinauf Richtung punta San Pietro, wo die Wache den Golf absuchte, dann hinunter in den Ort zum Turm, der die letzte Linie war. Es sind wenige Minuten Anstieg, und sie verändern die Lesart des Gebäudes vollständig. Wenn möglich, heben Sie ihn sich für den späten Nachmittag auf: Das Streiflicht von Westen gibt die Struktur des Steins am besten wieder.
