⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria Maddalena

📍 Bordighera, Ligurien · 49/100

Um 1866 die Restaurierung ihrer Pfarrkirche zu bezahlen, brachten die Einwohner von Bordighera dem Pfarrer den Familienschmuck: Ringe, Kettchen, Ohrringe, die eingeschmolzen und in Stuck und Feingold verwandelt wurden. Die Sache wird vor Ort bis heute erzählt, und sie betrifft einen damals schon alten Bau: im 17. Jahrhundert vor der Piazza del Popolo errichtet, wurde Santa Maria Maddalena 1617 geweiht. Die zweite Restaurierung zwischen 1881 und 1883 traf den Pfarrer Giacomo Viale mit fast leerer Kasse an; er bat Bauunternehmer, Künstler und Gelehrte um Hilfe, und ein Brief der Unternehmer Mombelli und Bulgheroni belegt, dass die Grundrisse der Kirche auf dem Schreibtisch von Charles Garnier landeten, dem Architekten der Pariser Oper, der in Bordighera ein Haus besaß. Was er riet, weiß niemand: Kein Dokument sagt es, und mehr als ein paar Ratschläge anzunehmen wäre gewagt.

Sehenswertes

Über dem Portal sitzt ein Fresko der Magdalena, 1742 von Giacomo Raimondo gemalt und 1922 von Luigi Morgari erneuert. Die Fassade, die es rahmt, stammt mit ihrem Rokokostuck von 1906, während der Stuck im Inneren, datiert 1670, von Francesco Marvaldi aus der Architektenfamilie von Candeasco bei Oneglia kommt, damals sehr gefragt. Der Leuchter in der Mitte des Gewölbes ist ein Geschenk der Königin Margherita von Savoyen.

Auf dem Hochaltar steht die Maddalena in Gloria, ein Marmorwerk des 18. Jahrhunderts, entworfen von Filippo Parodi und wohl zwischen 1714 und 1717 von seinem Sohn Domenico ausgeführt. Auf dem Rosenkranzaltar steht eine hölzerne Madonna von 1702, im zweiten Altar rechts dagegen das am meisten verehrte Stück: die Wachsfigur, die die Reliquien des heiligen Ampelius birgt, des Stadtpatrons von Bordighera. Der Glockenturm steht frei neben der Kirche und erhebt sich über einer spätmittelalterlichen Loggia; seine Spitze, mit bemalten Majolikaziegeln gedeckt, ist das Zeichen, das man von weitem über der Altstadt sieht. Er begann als Wachturm, als vom Meer die Piraten kamen und die Leute hinaufstiegen, um den Horizont abzusuchen; im 18. Jahrhundert erhöht, wurde er zum heutigen Campanile.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Piazza del Popolo in der Altstadt von Bordighera, dem ummauerten Kern oberhalb der Strandpromenade und des Bahnhofs: Zu Fuß steigt man vom Meer hinauf, mit dem Auto stellt man den Wagen vor den Mauern ab, denn die Gassen sind sehr eng. Sie ist Pfarrkirche des Vikariats Bordighera und Valle Nervia im Bistum Ventimiglia-San Remo, und der Bau gehört zu den Objekten unter Schutz der Denkmalbehörde für Ligurien. Die Öffnungszeiten richten sich nach den Messen.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, die Kirche zuerst von außen anzusehen, von der Stelle aus, an der Loggia und Glockenturm im selben Bild liegen: Der Turm, der einst Piraten melden sollte, und die Majolikaspitze erzählen beide Aufgaben dieses Baus auf einmal. Drinnen suchen wir rechts den Altar des heiligen Ampelius: Die Wachsfigur wirkt, und dort, nicht am Hochaltar, sammelt sich die Frömmigkeit der Stadt.

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