Bevor es eine Burg war und noch früher ein Palast, war es ein Kloster: um das 6. Jahrhundert gründete der Bischof von Luni, Venanzio, hier den Konvent, dem der Ort seinen Namen verdankt, und Teile jener Anlage sind im ersten Obergeschoss des heutigen Gebäudes noch zu erkennen. Der um das Gotteshaus gewachsene Ort Ceparana erscheint bereits in der Kaiserurkunde Ottos I. von 963, in der das castro genannt wird, die Burg, die wahrscheinlich im 10. Jahrhundert an der Stelle des Klosters San Venanzio entstand.
Sehenswertes
Was heute steht, ist das Ergebnis einer sehr langen Kette von Umbauten: Benediktinerabtei, dann Festung, dann Adelssitz. Im 11. Jahrhundert verstärkten die Bischöfe von Luni, denen der Ort gehörte, die Befestigung. Ab 1717 ging der Besitz an die genuesische Familie Giustiniani über, die das Ganze in einen herrschaftlichen Wohnsitz verwandelte und ihm den Namen hinterließ, den er bis heute trägt.
Das aussagekräftigste Stück ist der Glockenturm mit seinen vier Biforien, der nach den Restaurierungen der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts nahezu unversehrt blieb: er ist der lesbarste Rest der Abtei. Im Turm hing eine große Glocke, die man hier die Stimme von Luni nannte. Daneben steht die Familienkapelle der Giustiniani, im 18. Jahrhundert errichtet und der Santissima Annunziata geweiht, mit einem Marmoraufsatz der Verkündigung.
Der Besuch
Ceparana ist der größte und bevölkerungsreichste Ortsteil von Bolano, in der Ebene, in der der Vara in den Magra mündet, im Hinterland von La Spezia und einen Schritt von der toskanischen Grenze entfernt. Ein ehrlicher Hinweis: das Gebäude ist Privatbesitz, heute aufgeteilt in Wohnungen und eine Gastwirtschaft, es ist also kein Museum und nicht nach Belieben zu besichtigen. Von außen jedoch lassen sich Turm und Baukörper bestens lesen. In der Ebene von Ceparana endet im Übrigen die Alta Via dei Monti Liguri, die 442 km lange Route, die in Ventimiglia beginnt.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen, um das Gebäude herumzugehen, statt geradewegs auf die Fassade zuzusteuern: erst der Wechsel des Blickwinkels macht die Schichtung deutlich, mit dem Klosterturm über einem inzwischen barock geprägten Bau. Fahren Sie danach die wenigen Minuten hinauf ins alte Bolano: der Ortskern bewahrt den dreieckigen mittelalterlichen Grundriss mit seinen drei Toren, porta Castello, porta Stazon und porta Chilosi, und von dort oben erklärt sich die Lage über dem Zusammenfluss der beiden Flüsse von selbst.
