Bei den Restaurierungen der 1980er und 1990er Jahre öffneten die Handwerker den Sockel des Hochaltars und fanden darunter einen monolithischen Sarkophag aus weißem Marmor, datiert auf das frühe Mittelalter. Der Fund bestätigte, was das Mauerwerk vermuten ließ: Die Kirche Santa Maria im Ortsteil Vezzano Inferiore steht auf etwas, das viel älter ist als sie selbst. Im 12. Jahrhundert wurde sie als einschiffiger romanischer Bau über den Resten einer frühmittelalterlichen Kultstätte errichtet, die im Bereich des Presbyteriums bis heute sichtbar ist. Zunächst von Regularkanonikern betreut, war sie die Pfarrkirche von Vezzano Basso, bis der romanische Bau verfiel und der Titel an die Kirche Santi Sebastiano e Maria Assunta überging.
Sehenswertes
Die Steinfassade ist das Beste an diesem Bau: ein Giebel, ein Rundbogenportal und darüber eine Lünette, die einst ein Fresko trug, das heute verloren ist. Weiter oben öffnet sich ein tiefes Biforium, an der Spitze ein Kreuz, das negativ in das Mauerwerk eingeschnitten ist. Mehr wurde nicht hinzugefügt, und genau deshalb trägt diese Wand.
Im 15. Jahrhundert kam an der linken Seite ein zweites Schiff hinzu, mit eigener Fassade: ein Pultdach, ein schlichtes Portal, ein stark geschrägtes Rundfenster. Zwei Kirchen nebeneinander, drei Jahrhunderte auseinander. 1599 erhob die Diözese Luni Santa Maria zur ständigen Vikarie. Der mittelalterliche Glockenturm auf gedrungenem quadratischem Grundriss wurde 1708 barock erneuert, als die Anlage bereits Spuren des Verfalls zeigte.
Der Besuch
Santa Maria steht in der Via Santa Maria in Vezzano Inferiore, dem unteren Teil der Gemeinde, an der Verbindung zwischen La Spezia und dem Val di Magra. Die Kirche ist kein Museum und hat keine durchgehenden Öffnungszeiten: Außerhalb der Gottesdienste kann die Tür verschlossen sein, eine Nachfrage in der Pfarrei an der Piazza del Popolo lohnt sich. Der Innenraum ist schlicht, ohne große Ausstattung: Man schaut auf das Mauerwerk selbst, auf den romanischen Saal und auf das Presbyterium, wo die älteste Bauphase zutage tritt. Eine Studientagung, die am 26. Oktober 1996 in der Kirche stattfand, hat ihre Baugeschichte rekonstruiert; der Tagungsband ist bis heute die wichtigste Quelle dazu.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen, vor dem Eintreten fünf Minuten auf dem Vorplatz zu bleiben: Die romanische Fassade und die des 15. Jahrhunderts stehen unmittelbar nebeneinander, und der Vergleich der beiden Steinsorten nach Zuschnitt und Farbe erklärt mehr als jede Tafel. Gehen Sie danach weiter zur Pfarrkirche Santi Sebastiano e Maria Assunta an der Piazza del Popolo: Sie hat von hier das Taufbecken des 16. Jahrhunderts und den Titel Santa Maria Assunta übernommen, und die beiden Bauten versteht man besser, wenn man sie nacheinander sieht.
