⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa dei Santi Sebastiano e Maria Assunta

📍 Vezzano Ligure, Ligurien · 47/100

Zwei Kardinäle aus derselben Familie, Paolo Emilio und Laudivio Zacchia, ließen zwischen 1602 und 1620 an dem Ort, den man del Campo nannte, ein dem heiligen Sebastian geweihtes Oratorium errichten, auf dem Sattel unterhalb der alten Burg von Vezzano, von der nichts mehr übrig ist. Die Zacchia waren ein ortsansässiges Adelsgeschlecht, und ihr Oratorium übernahm später die Rolle der Pfarrkirche, weil die alte romanische Kirche Santa Maria verfiel. Von dort kamen das Taufbecken des 16. Jahrhunderts, weiteres Kirchengerät und sogar der Titel Santa Maria Assunta hierher, der neben den des heiligen Sebastian trat. Heute ist die Kirche Sitz der Pfarrei im Vikariat Alta Val di Magra, Diözese La Spezia-Sarzana-Brugnato.

Sehenswertes

Es beginnt vor der Tür. Der Vorplatz ist mit einem Risseu ausgelegt, jenem ligurischen Mosaik aus farbigen Kieseln, das man hier vor die Kirchen legt: Steine aus Fluss und Meer, nach Farbe ausgesucht und einzeln von Hand gesetzt, zu einem Muster, das man erst erkennt, wenn man mitten darauf steht.

Die Fassade gliedert sich in zwei Geschosse, gerahmt von Pilasterordnungen: unten das Portal, darüber ein großes Fenster, dazwischen barocke Voluten; oben schließt ein geschwungener Giebelaufsatz die Komposition ab. Der Innenraum ist sehr hell, dreischiffig, mit Seitenaltären zwischen Pfeilern mit korinthischen Kapitellen und, in der Mitte der Apsis, dem barocken Hochaltar aus buntem Marmor. Das Stück, für das sich der Halt lohnt, steht am zweiten Altar des linken Seitenschiffs: die Pietà von Anton Maria Maragliano aus Genua, einem der wichtigsten Namen der ligurischen Barockskulptur.

Der Besuch

Die Kirche steht an der Piazza del Popolo im Ortskern von Vezzano Inferiore und ist eine aktive Pfarrei: Am ehesten trifft man sie kurz vor der Messe offen an, sonst hilft eine Nachfrage im Pfarrhaus. Das Risseu zeigt sich am besten, wenn die Kiesel vom Regen nass sind oder die Sonne tief steht: Dann trennen sich die Farben und das Muster tritt aus dem Grau hervor. Den alten Ortskern geht man zu Fuß, das Auto lässt man besser außerhalb.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, diese Kirche direkt nach Santa Maria in der Via Santa Maria anzusehen. Die beiden liegen wenige Minuten auseinander und erzählen zusammen einen Umzug. Das Taufbecken des 16. Jahrhunderts, das hier noch in Gebrauch ist, stammt von dort, und wer es sucht, nachdem er die Kirche gesehen hat, die ihren Titel abgeben musste, schaut anders darauf.

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