1880 wurde die Kirche San Siro von einer Straße durchschnitten. Man brauchte Platz für die neue Provinzstraße, die von Vezzano nach Buonviaggio und weiter nach La Spezia führte, heute die Staatsstraße 330 di Buonviaggio; das Gebäude, schon im 12. Jahrhundert erwähnt und in spätgotischen Formen errichtet, wurde zum Teil abgerissen. Im selben Jahr verlor die Pfarrei ihren Sitz: Der Titel ging an die Kirche Nostra Signora del Soccorso in Vezzano Superiore über, die ihn bis heute trägt.
Sehenswertes
Von San Siro steht vor allem der Glockenturm, und dort sucht man nach dem Rest: Im Mauerwerk lassen sich noch die Spuren der Spitzbögen aus Ziegel lesen, die die drei Schiffe voneinander trennten. Über den Turm betrat man außerdem die Kirche, das war der Zugang zum Inneren, eine Eigenart, die heute hilft, sich den verlorenen Grundriss vorzustellen: drei Schiffe und eine gerade Apsis.
Das gemalte Stück befindet sich anderswo. Ein Freskenfragment von diesen Wänden, eine Verkündigung des 16. Jahrhunderts, wird in der Pfarrkirche Nostra Signora del Soccorso in Vezzano Superiore aufbewahrt. Mehr ist von der Ausmalung nicht geblieben, und anders bekommt man nichts als nacktes Mauerwerk zu sehen.
Der Besuch
Einen Besuch im üblichen Sinn gibt es nicht: San Siro ist kein Gotteshaus mehr, und was von ihr zu sehen ist, steht im Freien an der Durchgangsstraße. Den Glockenturm betrachtet man von der Straße aus, mit der Vorsicht, die der Verkehr verlangt. Wer das Bild vervollständigen will, fährt hinauf nach Vezzano Superiore, wo Nostra Signora del Soccorso Titel und Fresko geerbt hat: zwei Stationen einer einzigen Geschichte, und die zweite erklärt die erste.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen, zuerst auf die Stelle zu schauen, an der die Fahrbahn verläuft: Man sieht sofort, wie wenig Raum der Kirche blieb und warum sich im 19. Jahrhundert die Straße durchsetzte. Ein kleiner, sehr klarer Fall dafür, wie neue Straßen die Dörfer im Val di Magra umgeschrieben haben.
