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⛪ Kirchen und Heiligtümer

pieve di Santo Stefano

📍 Santo Stefano di Magra, Ligurien · 47/100

Im 12. Jahrhundert reichte der Sprengel der Pieve Santo Stefano weit: Die Gemeinden Ponzano, Albiano und Caprigliola sowie die Kapellen von Bibola und Burcione unterstanden ihr. Von jener frühen Kirche, einer romanischen Anlage namens Pieve Santo Stefano di Cerreto, blieb kaum etwas, denn man baute zweimal darüber: erst der 1324 belegte Bau, dann die heutige Kirche. Was man besichtigt, ist also die dritte Schicht an derselben Stelle.

Sehenswertes

Der endgültige Neubau trägt die Handschrift von Ferdinando d'Andrea, einem Architekten aus Genua: Die Kirche des 14. Jahrhunderts wurde abgerissen und im genuesischen Barock wieder aufgebaut, die Arbeiten endeten 1776. Alles änderte sich, angefangen beim Grundriss: Aus dem einschiffigen Bau lunigianischer Tradition, ein Hochaltar und eine gewölbte Decke, wie im 14. Jahrhundert unter der Republik Lucca eingerichtet, wurde ein griechisches Kreuz mit sechs Seitenkapellen, Chor und Kuppel in der Mitte.

Die drei Altäre sind dem heiligen Stephanus, dem heiligen Felix und der Mutter des Trostes geweiht. Auf dem Hochaltar steht die Statue des Patrons, ein Werk des Bildhauers Giovanni Antonio Cybei aus Carrara; die Fresken stammen von Carlo Morgari. Über dem Hauptportal, an der Innenfassade, hängt eine schwebende Orgel. Die Kirche ist im italienischen Denkmalverzeichnis erfasst und bleibt der pfarrliche Bezugspunkt des Ortes.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Piazza Chiesa im Zentrum von Santo Stefano di Magra, wenige Schritte von der Hauptstraße: Man erreicht sie von jedem Punkt des Ortes zu Fuß, ein Auto braucht es nicht. Sie ist Pfarrkirche im Vikariat Sarzana der Diözese La Spezia-Sarzana-Brugnato: Die Zeiten richten sich nach den Gottesdiensten, und das Sonntagsamt ist der verlässlichste Moment, um die Tür offen und das Licht über den Kapellen an zu finden.

Tipp der Redaktion

Unser Rat: Versuchen Sie, die Kirche zu hören, nicht nur zu sehen. Hier singt der Coro San Leonardo, 1985 von jungen Pfarrangehörigen gegründet. Vom liturgischen Repertoire ging er zu Vivaldi, Bach, Mozart und Händel über, dann zum Gospel, so weit, dass der US-amerikanische Komponist Nehemiah Hunter Brown seit 2000 Ehrenbürger von Santo Stefano di Magra ist. Ein Konzert unter dieser Kuppel lohnt die Anreise mehr als der Rundgang durch eine leere Kirche.

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