🏰 Burgen und Schlösser

castello di Levanto

📍 Levanto, Ligurien · 47/100

Auf dem Wehrgang, der aus der Mauer vorspringt, sitzen Schwalbenschwanzzinnen, die ghibellinischen; auf dem übrigen Mauerring sind die Zinnen rechteckig, also guelfisch. Die Burg von Levanto trägt zwei gegnerische Lager auf demselben Stein, und das ist der schnellste Weg zu verstehen, wie oft hier umgebaut wurde. Ein Wehrbau im Ort ist schon 1165 belegt, als das Gebiet den Malaspina unterstand; ein Dokument des 13. Jahrhunderts nennt ein «castello di Monale». Was heute steht, stammt allerdings aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, genuesische Arbeit, wohl über der älteren mittelalterlichen Anlage errichtet.

Sehenswertes

Der Grundriss ist ein Viereck: vier Mauerkurtinen und ein runder Turm. Der Wehrgang kragt aus dem Baukörper vor, getragen von Ziegelbögen und Konsolen aus Sandstein; auch der Turm trägt ghibellinische Zinnen, seine drei Fenster sind eine spätere Zutat. An der Süd- und der Ostseite öffnen sich auf zwei Ebenen die Schießscharten aus dem genuesischen Umbau des 16. Jahrhunderts: Die Burg gehört zur alten Stadtbefestigung.

Der Schmuck beschränkt sich auf zwei Schieferreliefs genuesischer Schule, eine Verkündigung des 15. Jahrhunderts und einen heiligen Georg mit dem Drachen aus dem 16. Jahrhundert. Zur weiteren Geschichte: Mit der Einrichtung des Capitaneato von Levanto 1637 diente das Gebäude vorübergehend als Sitz des Capitano, später als Gefängnis bis 1797, dem Jahr, in dem die Republik Genua fiel und die Franzosen kamen.

Der Besuch

Die Burg liegt im südlichen Teil der Altstadt, zwischen der Salita San Giorgio und der Salita al Castello: Man geht zu Fuß durch die Gassen hinauf, wenige Minuten von der Strandpromenade. Nach dem Verkauf durch den Staat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und einer behutsamen Restaurierung um die Jahrhundertwende ist sie in Privatbesitz und innen nicht zugänglich. Bleibt das Äußere, das sich von den umliegenden Gassen sehr gut lesen lässt.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, den ganzen Mauerring zu umrunden statt beim ersten Blick stehen zu bleiben: Von Seite zu Seite wechseln die Zinnen von der Schwalbenschwanzform zur rechteckigen, und die Schießscharten erscheinen auf ihren zwei Ebenen. Das beste Licht für die Mauern gibt es am späten Nachmittag. Und man sollte kennen, was im Ort erzählt wird: Aus den Kellern sollen Gänge zum Strand und zur Kirche der Santissima Annunziata führen.

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