⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario di Nostra Signora di Montenero

📍 Riomaggiore, Ligurien · 44/100

Das kleine Bild, das am Pfingstmontag von Montenero aus in Prozession getragen wird, ist nicht das ursprüngliche: Jenes, der Überlieferung nach eine byzantinische Ikone namens Madonna di San Luca, wurde vor den Zerstörungen der Langobarden an einem geheimen Ort vergraben, später wiedergefunden und im 15. Jahrhundert endgültig verloren. An seine Stelle trat eine Tafel mit der Aufnahme Mariens inmitten der Apostel, 1947 restauriert und bis heute auf den Schultern über die Pfade getragen. Die ersten schriftlichen Nachrichten über das Heiligtum stammen aus Dokumenten von 1335, doch die Überlieferung im Ort führt eine erste Kultstätte auf das 8. Jahrhundert zurück, errichtet von den Bewohnern Riomaggiores nach der Marienerscheinung, die 790 der jungen Maria del Paladino zuteilgeworden sein soll.

Sehenswertes

Der heutige Bau ist das Ergebnis zweier großer Umbauten, 1740 und erneut 1847, die den alten Kern erweiterten und zur heutigen Dreischiffigkeit umformten. Im Inneren stammt das Fresko aus dem 18. Jahrhundert und geht auf den Maler Battaglia aus Castelnuovo Magra zurück.

Auf der Empore steht die Orgel, die 1899 von der Pistoieser Firma Agati-Tronci gebaut wurde, ein Instrument, das man in dieser Höhenlage kaum erwartet. Montenero gehört zum Weg der Heiligtümer der Cinque Terre, zusammen mit Nostra Signora della Salute in Volastra, Nostra Signora delle Grazie und Nostra Signora di Reggio oberhalb von Vernazza sowie Nostra Signora di Soviore oberhalb von Monterosso al Mare: fünf Bergheiligtümer, eines für jeden Küstenort.

Der Besuch

Das Heiligtum liegt auf 340 Metern über dem Meer und ist nur zu Fuß erreichbar: Der Saumpfad beginnt an der Provinzstraße 370 und steigt gleichmäßig an. Feste Schuhe und Wasser gehören dazu, denn verlässliche Brunnen gibt es unterwegs nicht und Schatten nur streckenweise. Der Rückweg lässt sich mit dem Abstieg nach Riomaggiore schließen, den Ort und das Meer fast durchgehend vor Augen.

Tipp der Redaktion

Wir raten zum Aufstieg in den frühen Morgenstunden, wenn der Hang noch im Schatten liegt und das Meer darunter leer ist. Wer am Pfingstmontag hier ist, sollte zur Prozession bleiben: An diesem Tag verlässt das kleine Bild das Heiligtum, und die Gemeinde von Riomaggiore steigt zu Fuß denselben Saumpfad hinauf.

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