🖼️ Museen

Ferrania Film Museum

📍 Cairo Montenotte, Ligurien · 42/100

Im zweiten und obersten Stock des Palazzo Scarampi an der piazza Savonarola sind die Lieferhefte, die Messgeräte und die Filmrollen gelandet, die aus einem Werk stammen, das jahrzehntelang als einziges in Italien lichtempfindliches Material für Fotografie und Radiographie herstellte. Das Ferrania Film Museum wurde 2018 eröffnet und erzählt von FILM/Ferrania/3M, jener Fabrik im Ortsteil Ferrania, die den Namen eines kleinen Orts im Val Bormida in die Weltgeschichte von Kino, Fotografie und chemischer Forschung trug.

Sehenswertes

Der Rundgang gliedert sich in sechs Themenräume, und jeder Titel nennt den Blickwinkel gleich mit: „La fabbrica sensibile“, über die Maschinen und das Können der Arbeiter; „Made in Ferrania“, über Produkte, Markt und Werbung; „La fabbrica del cinema“, über den italienischen Kinofilm; „Filmisti! La fabbrica sociale“, über Wohnhäuser, Familien und die Zeit nach der Schicht; „Adelasia“, über die Umweltentscheidung des Unternehmens; „Dalla parte della cultura“, über Schriftgut, Bilder und das Archiv.

In den Vitrinen liegen Filmmaterial, Maschinen und Werkzeuge der Verarbeitung, Großfotos, durchblätterbare Werbezeitschriften und Tafeln, die Abteilung für Abteilung erklären. Die Stimme dazu geben audiovisuelle Zeugnisse der Beschäftigten, von den Kriegsjahren bis in die jüngere Zeit. Das Material stammt aus dem Fotoarchiv des Werks, aus dem Archivio Giuseppe Reggio und von der Fondazione 3M, die fotografische und kinematografische Stücke, einige Patente, das Werbearchiv der fünfziger und sechziger Jahre und die Sammlung der Zeitschrift „Ferrania“ beisteuerte.

Der Besuch

Das Museum liegt in der Altstadt von Cairo Montenotte, nicht im Ortsteil Ferrania: Die Adresse ist der Palazzo Scarampi, dasselbe Gebäude, in dem auch die Stadtbibliothek F. C. Rossi untergebracht ist. Man steigt in den zweiten Stock hinauf; vor dem Palast steht eine Freiluftausstellung mit einigen der sperrigsten Zeugnisse der Fabrik. Entstanden ist das Haus auf Betreiben der Stadtverwaltungen, mit Unterstützung der Fondazione De Mari, von Ferrania Technologies und der Fondazione 3M; geführt wird es von einer Sozialgenossenschaft, die Ausstellungen, Filmvorführungen und Gespräche veranstaltet. Ein Blick in den Kalender vor der Anreise lohnt sich, denn die Öffnungszeiten richten sich nach dem Programm.

Tipp der Redaktion

Wir raten, mit „Filmisti! La fabbrica sociale“ zu beginnen und erst danach in die technischen Säle zu gehen: Wer zuerst versteht, wie in den Werkswohnungen gelebt wurde, liest den ganzen Rest viel leichter, die Maschinen, die Patente, die Zahlen. Und wenn eine Stunde übrig bleibt: nach der Zeitschrift „Ferrania“ fragen. Beim Blättern sieht man am schnellsten, wie sich das Unternehmen dem Land präsentierte.

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