🏰 Burgen und Schlösser

castello di Millesimo

📍 Millesimo, Ligurien · 47/100

1553 traf ein kaiserlicher Kommissar, Gerolamo Sacco di Ceva, in Millesimo ein, mit dem Auftrag, die Burg zu schleifen: nicht weil sie schwach war, sondern weil sie für jeden zu nützlich gewesen wäre, der sie einnahm. Der Mailänder Statthalter Ferrante I. Gonzaga, im Kampf mit Frankreich, zog die eigene Ruine einer französischen Festung vor. Seither ist der Bau, der über der Altstadt im oberen Bormida-Tal aufragt, nie wieder vollständig geworden.

Sehenswertes

Der Grundriss ist viereckig, mit zwei seitlichen Türmen und befestigten Mauern. Der älteste Teil, also Turm, Bergfried und Ostwand, stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, als die Del Carretto Millesimo längst zum befestigten Ort gemacht hatten: Enrico II. besorgte das 1206, während die Burg selbst später entstanden sein könnte, mit der Teilung der Herrschaft unter den Söhnen des Giacomo Del Carretto, aus der 1268 die Markgrafschaften Finale, Millesimo und Novello hervorgingen.

Von dort oben wird klar, wozu sie diente: zusammen mit den Burgen von Cosseria, Roccavignale und Cengio riegelte sie das Tal ab, und das Tal war der Weg zwischen dem Piemont und dem Meer. Hier lebten die Markgrafen Del Carretto di Millesimo, zunächst von der Kommune Asti und ab 1393 von den Markgrafen von Monferrato gestützt. 1447 verlegt der Chronist Gianmario Filelfo in diese Säle das Treffen der verschiedenen Familienzweige, einberufen, um die Strategie gegen die Republik Genua festzulegen, die der Markgrafschaft Finale mit Krieg drohte; im folgenden Krieg, der 1448 endete, nahm die Festung Bannina auf, die Frau von Galeotto I. Del Carretto, dem Herrn von Finale.

Der Besuch

Die Gemeinde kaufte die Burg 1989 und ließ sie restaurieren: Heute ist sie zu besichtigen und beherbergt Konzerte klassischer Musik und Ausstellungen. Man geht vom Ortskern von Millesimo zu Fuß hinauf, wenige Minuten bergan; der Öffnungskalender richtet sich nach dem Veranstaltungsprogramm, ein Blick darauf lohnt sich vor der Abfahrt. Der Rundgang ist kurz, und möblierte Säle sind nicht zu erwarten: Man schaut hier auf Mauerwerk, den Turm und die Aussicht über die Bormida.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie hin, wenn ein Konzert stattfindet: Musik in einem Bergfried des 13. Jahrhunderts ist das Einzige, was diese Steine wieder in Dienst nimmt. Und suchen Sie beim Abstieg das Rathaus: Dorthin verlegten die Del Carretto ihren Sitz, nachdem die Burg geschleift war, und der Abstand zwischen der Festung oben und dem Palast unten erzählt in zwei Gebäuden das Ende einer Herrschaft. Den letzten Schlag versetzte dem Bau übrigens nicht der kaiserliche Kommissar, sondern Napoleon: 1796 zogen die ersten Gefechte zwischen französischen und österreichisch-piemontesischen Truppen hier durch.

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