⛪ Kirchen und Heiligtümer

monastero di Santo Stefano

📍 Millesimo, Ligurien · 50/100

Ein Zisterzienserkloster, das in einem Schloss gelandet ist. Im Ortsteil Monastero von Millesimo sind Kirche und Kreuzgang von Santo Stefano kein eigenständiger Bau mehr: Sie stecken im eklektischen Wohnsitz der Familie Centurione Scotto, die sie im 19. Jahrhundert einverleibt hat. Die Anlage gehörte dem Kloster San Pietro in Savigliano; 1216 ging sie, nachdem Enrico II. Del Carretto, Markgraf von Millesimo, sie erworben hatte, an die Zisterzienserinnen von Santa Maria de Betton über. Die Aufhebung von 1802 beendete das religiöse Kapitel und eröffnete das private, das bis heute andauert.

Sehenswertes

Die Kirche ist barock, im 17. Jahrhundert über einem romanischen Kern erneuert, der im Mauerwerk noch zu erkennen ist. Daneben liegt der Kreuzgang mit Sandsteinkapitellen aus dem 15. Jahrhundert: ein weicher Stein, leicht zu bearbeiten und ebenso leicht abzutragen, die Kanten von der Feuchtigkeit des Bormida-Tals abgerundet.

In einem Hof an der Kirche hat sich ein Fresko des 16. Jahrhunderts erhalten, mit der Madonna, dem heiligen Stephanus und mehreren Mitgliedern der Familie Del Carretto. Es ist Andacht und Besitzurkunde zugleich: Die Markgrafen ließen sich neben den Heiligen malen, in dem Kloster, das sie drei Jahrhunderte zuvor gekauft hatten, damit im Tal klar war, wer das Sagen hatte.

Der Besuch

Das Kloster gehört heute zum Castello Centurione Scotto, einem Bau des 19. Jahrhunderts in Privatbesitz, wenige Minuten vom Ortskern von Millesimo entfernt an der Bormida. Von außen lassen sich der Baukörper der Kirche, der Glockenturm und die Umfassungsmauer gut lesen. Für die Innenräume gibt es keine festen Öffnungszeiten: Sie sind nur bei Veranstaltungen oder Sonderöffnungen zugänglich, deshalb lohnt eine Nachfrage im Rathaus oder beim Tourismusbüro, bevor man losfährt. Der Rest des Ortsteils besteht aus einer Handvoll Häuser: Ist nichts geöffnet, dauert der Halt eine halbe Stunde.

Tipp der Redaktion

Wir verbinden den Besuch mit der Burg der Del Carretto im Ortskern: Dieselbe Familie befestigte den Ort und kaufte dann das Kloster, und in wenigen Minuten versteht man, wie diese Macht funktionierte, militärisch auf der einen, kirchlich auf der anderen Seite. Und betrachten Sie das Schloss als das, was es ist: Der Umbau der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts ging auf den Marchese Carlo Centurione Scotto zurück und wurde Gino und Adolfo Coppedè übertragen, jener Architektenfamilie, die in Rom das Quartiere Coppedè hinterlassen hat. Unter der eklektischen Hülle ist der Grundriss noch der eines Kreuzgangs.

Millesimo entdecken

Die ganze Gemeinde: Guide, Orte, Küche und Veranstaltungen.