1946 wurden auf dem Land dieser Gemeinde, bei Cartoceto, die vergoldeten Bronzen gefunden: die Gruppe steht heute in einem Museum in der Stadt, und sie ist der Grund, weshalb die meisten Leute herkommen. Die Stadt selbst ist jünger, als man denkt. Pergola entstand 1234 als freie Kommune, und sie entstand mit Absicht: Gubbio, das die Gerichtsbarkeit über dieses Gebiet hatte, wollte einen Ort, der den Leuten der umliegenden Burgen Arbeit und Handel gäbe — und der zugleich Cagli Boden nähme, dessen Besitzungen sich eben dieses fruchtbare Tal des Cesano entlangzogen. Es funktionierte: in wenigen Jahrzehnten füllte sich der Ort mit Handwerksstätten und wurde ein wichtiger Handelsplatz, umstritten von den Sforza, den Malatesta, den Montefeltro und den Della Rovere.
Eine Stadt, die mit einem einzigen Akt gemacht wurde, hatte allerdings ein sonderbares Inneres. Innerhalb der Mauern gab es vier Pfarreien, und jede unterstand einem anderen: Santa Maria della piazza dem Abt von Sitria, San Marco dem Abt von Nonantola, Sant'Andrea der Einsiedelei von Fonte Avellana und San Biagio dem Bischof von Cagli — so dass der Bischof von Gubbio, der die Gerichtsbarkeit hätte haben sollen, sie nur dem Namen nach hatte. Der Rest sind Titel und Geld: Benedikt XIV. machte Pergola 1752 zur Stadt; 1796 wurde hier eine Münze eingerichtet, die drei Jahre lang prägte; und 1819 gab ihr Pius VII. ein eigenes Bistum, mit Cagli allein in der Person des Bischofs vereint, der verpflichtet war, sechs Monate am einen und sechs Monate am anderen Ort zu wohnen.