⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Lorenzo Martire

📍 Valle Cannobina, Piemont · 41/100

Die Kirche San Lorenzo Martire ist die Pfarrkirche von Falmenta, dem bevölkerungsreichsten Dorf der Streugemeinde Valle Cannobina, in der Diözese Novara. Ein Gotteshaus wird hier erstmals 1355 erwähnt, damals abhängig von der Mutterkirche in Orasso; der heutige Bau geht auf den Neubau des sechzehnten Jahrhunderts zurück, geweiht 1565, und auf die Anordnungen, die der heilige Karl Borromäus bei seinem Besuch von 1574 hinterließ: Die verlangte Erweiterung wurde im folgenden Jahrhundert mit dem Bau der Seitenkapellen umgesetzt. Eine Vergrößerung von 1857 machte die Linien des Baus asymmetrisch, und zwischen den Zwanziger- und Dreißigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Pfarrkirche erneut umgestaltet.

Sehenswertes

Die Giebelfassade nach Südwesten teilt ein Gesims in zwei Register: Unten rahmen vier komposite Lisenen das Portal mit Dreiecksgiebel, oben tragen toskanische Halbsäulen den Giebel, mit einer Nische samt Statue. Daneben erhebt sich der steinerne Glockenturm auf quadratischem Grund über einem hohen geböschten Sockel, mit je einem Monoforium an jeder Seite der Glockenstube: Er entstand als Wehrturm der Brüder Mazzarditi, der Tyrannen, die das Tal zu Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts drangsalierten, und trat erst später in den Dienst der Glocken.

Der Besuch

Das Innere ist einschiffig, mit Seitenkapellen hinter Rundbögen und Wänden, die Lisenen gliedern, auf denen die Rippen der Gewölbe aufsetzen; das um vier Stufen erhöhte, von Balustraden gefasste Presbyterium schließt mit der Apsis. Das kostbarste Stück ist der pyramidenförmige, reich verzierte Holzaltar, 1678 bei den Vergoldern Antonio Pino aus Bellagio und Paolo Giussani aus Angera gekauft — oder vielleicht, so die Quellen, aus Mailand gekommen.

Tipp der Redaktion

Vor dem Eintreten lohnt ein Gang um den Glockenturm: Er ist das älteste und seltsamste Dokument der Anlage, ein Turm von Gewaltherren, umgenutzt zum Turm des Gebets. Die Geschichte der Pfarrei erzählt den Rest: Ende des sechzehnten Jahrhunderts löste sich Falmenta zusammen mit Gurro von Orasso, die volle Selbstständigkeit kam Anfang des siebzehnten per Dekret des Erzbischofs Federigo Borromeo — die Hierarchien eines Tals, in dem sich auch Kirchen nur stufenweise emanzipierten.

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