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🏰 Burgen und Schlösser

Castello di Roccella

📍 Campofelice di Roccella, Sizilien · 40/100

An der Küste von Campofelice di Roccella, wo der Strand Richtung Cefalù läuft, wacht der Turm des Castello di Roccella seit Jahrhunderten über einen Felssporn hoch über dem Meer. Die Stätte erscheint 1082 als „Roccamaris“ in der Gründungsurkunde der Diözese Troina, und 1139 verzeichnete der Geograph Edrisi sie unter ihrem arabischen Namen Saharat al Hadid, dem „Eisenfels“. Muslimische Chroniken berichten von einer noch älteren umkämpften Burg: Nach der Rekonstruktion von Amari fiel sie während der arabischen Angriffe auf Cefalù zwischen Mai 856 und April 857.

Sehenswertes

Der heutige Turm ist im Kern der Wiederaufbau, der um 1350 vom Grafen von Geraci und Collesano begonnen wurde. Ringsum liegen die Spuren des mittelalterlichen Weilers: 1218 erlaubte der Bischof von Cefalù dem Kloster Montevergine, neben dem „castellum“ eine Kirche zu errichten, und Dokumente des XIII. Jahrhunderts beschreiben Mühlen, ein Pilgerhospiz und zwei Kirchen für San Giovanni und Santa Maria. 1385 erhielten die Ventimiglia vom Bischof den Rechtstitel; 1418 ließen die Vizekönige, um die aufständische Festung zu bezwingen, in Termini vier Bombarden gießen — eine verschoss Geschosse von 480 Kilo.

Der Besuch

1507 ging die Burg an Antonio Alliata über, der auf dem Gut Zuckerrohr und später Reis einführte; danach nahmen die Zeichnungen von Tiburzio Spannocchi und Camillo Camiliani sie in den Küstenverteidigungsplan gegen Türken und Piraten auf, den die Deputation des Königreichs Sizilien betrieb. 1699 erhielt Gaspare La Grutta das Lehen samt Siedlungslizenz und gründete auf dem Hügel darüber den Weiler, aus dem der heutige Ort wuchs; der Komplex blieb bis 2008 in Privatbesitz, als die Gemeinde den erhaltenen Festungsturm kaufte. Die Reste erreicht man zu Fuß über den Sandstrand zwischen Campofelice und Cefalù.

Tipp der Redaktion

Am schönsten ist der Weg zu Fuß am Strand entlang, während der Turm langsam am Horizont wächst: Es ist derselbe Anblick, der sich über die Jahrhunderte allen bot, die an diesem Küstenstrich landeten. Wer sich auf dem Felsen zum Hügel dahinter umdreht, sieht zugleich den Ort, der aus dem alten Weiler entstand — die Geschichte der Burg und die von Campofelice liest man am besten zusammen.

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