Im 12. Jahrhundert unter der Herrschaft Wilhelms II. gleichzeitig mit dem Dom und dem Kloster von Monreale errichtet, ist der Castellaccio di Monreale – auch bekannt als Castello di San Benedetto – das einzige Beispiel einer militärischen Klosterfestung im westlichen Sizilien. Auf 764 Metern Höhe auf dem Gipfel des Monte Caputo gelegen, beherrscht der Bau das Oreto-Tal und die Kalkhöhen der Monti di Palermo; er entstand als strategischer Stützpunkt im normannischen Verteidigungssystem nach der Eroberung der Insel.
Sehenswertes
Der Bau hat einen unregelmäßigen rechteckigen Grundriss von 80 mal 30 Metern mit einer Gesamtfläche von 2295 Quadratmetern und einer Umfassung, die von sieben in unregelmäßigen Abständen vorspringenden Türmen geschützt wird. Der militärische Charakter zeigt sich in der beeindruckenden Mauerstärke von durchschnittlich 1,5 Metern, in den stark ausgeschrägten Schießscharten und im Eingangsturm mit bajonettförmigem Zugang. Aus rohem Material und ohne Zierelemente oder behauene Ecksteine errichtet, barg der Komplex im Inneren eine Kapelle mit Mittelschiff und drei Apsiden. Ein Gang erschließt die an der Umfassung liegenden Räume, die einst der Ruhe der Mönche dienten, und führt zum Säulenhof, der den inneren Kreuzgang des Klosters bildete.
Der Besuch
1370 durch den Angriff des Heeres von Giovanni Chiaramonte beschädigt und 1393 zeitweiliger Wohnsitz König Martins I., wurde der Komplex im 16. Jahrhundert aufgegeben. 1897 überließ die Gemeinde Monreale ihn dem Club Alpino Siciliano, der die Restaurierung dem Architekten Giuseppe Patricolo anvertraute. 1906 als Bergstation und Wanderziel wieder für die Öffentlichkeit geöffnet, kam das Denkmal 1996 und 2009 in den Genuss konservatorischer Eingriffe der Denkmalbehörde, dank derer heute der Nordost- und der Nordwestturm zugänglich sind.
Tipp der Redaktion
Beim Begehen der Wehrgänge und der zugänglichen Türme fällt das Fehlen edler Steindekorationen an den Portalen auf – ein bauliches Detail, das diesen strengen Militärstützpunkt von den zeitgenössischen normannischen Bauten der Gegend unterscheidet.
