⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario della Madonna delle Grazie

📍 Modica, Sizilien · 50/100

Die Geschichte dieser Kirche beginnt mit einem Wunder. Am 4. Mai 1615 fand man im unteren Teil von Modica in einem Dornbusch ein Schiefertäfelchen mit Maria und dem Kind: Der Erzählung nach brannte es drei Tage lang, ohne zu verbrennen, und das Volk wollte, dass genau dort ein Heiligtum entstehe. Die Madonna delle Grazie sollte 1627 zur Hauptpatronin der Stadt werden.

Sehenswertes

Mit den Arbeiten wurde der Architekt Vincenzo Mirabella aus Syrakus betraut, der 1624 starb, bevor er sie vollendet sah: Im Inneren birgt ein Mausoleum seine Gebeine. Aus dem frühen 17. Jahrhundert stammen noch das feine Seitenportal mit seinem spätrenaissancehaften Schmuck unter dem gesprengten Giebel und wohl auch der Glockenturm. Die Hauptfassade dagegen wurde nach dem Erdbeben von 1693 im späten Barock neu errichtet: Die kräftigen, vorspringenden Doppelsäulen erinnern stark an jene des Doms San Giorgio ein Stück weiter oben. Im Gewölbe der Apsis zeigt ein Gemälde Maria vor der Silhouette der Stadt, dazu die Inschrift Ecce Mothuca Mater Tua.

Der Besuch

Das Heiligtum, im Januar 2015 zur Basilica minor erhoben, liegt in der Modicaner Unterstadt: eine naheliegende Station, wenn du von den Domen oben herabsteigst. Es lohnt sich hineinzugehen, um Mirabellas Mausoleum zu suchen und an der Apsis jene Widmung zu lesen, die die Madonna zur Mutter Modicas macht.

Tipp der Redaktion

Vergleiche die Fassade mit der des Doms San Giorgio: Dieselben vorspringenden Säulen erzählen von derselben Schule barocker Steinmetzen. Und wenn du Details magst, halte am Seitenportal aus dem frühen 17. Jahrhundert inne, dem ältesten und feinsten Teil des Baus.

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