⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria dell'Arco

📍 Noto, Sizilien · 53/100

Die Kirche Santa Maria dell'Arco liegt an der Via Ducezio, einer der geraden Achsen, die für das nach dem Erdbeben von 1693 neu aufgebaute Noto gezeichnet wurden. Der Entwurf stammt von Rosario Gagliardi, dem Architekten, der dem Barock von Noto mehr als jeder andere seine Form gab; die Bauleitung lag bei Vincenzo Sinatra, die Baustelle wurde 1730 eröffnet. Das Gebäude gehört zum UNESCO-Welterbe der spätbarocken Städte des Val di Noto.

Die Kirche entstand als Teil des neuen Zisterzienserklosters; der Orden war in Noto seit dem 13. Jahrhundert vertreten. Die Umbauten nach der Einigung Italiens veränderten den Klosterkomplex von Grund auf, und so bewahrt heute vor allem die Kirche die Erinnerung an diese lange geistliche Präsenz in der neuen Stadt.

Sehenswertes

Das Glanzstück ist das Portal. Zwei gewundene Säulen stehen auf Sockeln mit Flachrelief und tragen ein Gebälk mit gesprengtem Giebel; in der Mitte prangt das Wappen der Zisterzienser, darüber ein großes Fenster, gerahmt von Blüten- und Blattwerk, ebenfalls in Stein geschnitten. Diese Ballung von Skulptur wirkt gerade deshalb, weil die übrige rechteckige Fassade mit ihren schlichten Lisenen zurückhaltend bleibt: Der Blick fällt genau dorthin, wohin er fallen soll. Oben schließen zwei Glockentürmchen die Front ab.

Der Innenraum ist einschiffig, ein knapper Grundriss, der das Auge ohne Umwege zum Hochaltar führt.

Der Besuch

Die Via Ducezio verläuft eine Ebene tiefer parallel zum Corso Vittorio Emanuele, hinter dem Palazzo Ducezio, dem Rathaus: Von der Kathedrale bist du in wenigen Minuten dort, wenn du eine der Querstraßen hinuntergehst. Der Besuch selbst ist kurz, eine Viertelstunde für Fassade und Innenraum, und fügt sich mühelos in einen Rundgang zu Fuß durch das barocke Zentrum ein, abseits des Hauptstroms der Besucher, der auf dem Corso bleibt.

Tipp der Redaktion

Geh am späten Nachmittag hin, wenn das Streiflicht den goldenen Stein von Noto zum Leuchten bringt und den Reliefs Tiefe gibt: Die geschnitzten Sockel der gewundenen Säulen, mittags fast flach, bekommen ihre ganze Zeichnung zurück. Bevor du gehst, vergleiche das Blatt- und Blütenwerk des Fensters mit den geschnitzten Balkonen des Palazzo Nicolaci, fünf Gehminuten entfernt: derselbe Stein, dieselbe künstlerische Epoche, nur auf einer bürgerlichen statt einer sakralen Bühne.

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