Das Heiligtum der Madonna dei Miracoli ist die Kirche in Alcamo, die der Stadtpatronin geweiht ist. Es wurde nach Plänen von Girolamo Vicchiuzzo im Auftrag des Gouverneurs und Justizhauptmanns Fernando Vega errichtet, nach einer Erscheinung, die die Überlieferung auf den 21. Juni 1547 datiert: Zwei Wäscherinnen, eine blind, eine taub, sollen an einem Bach von Steinen getroffen worden sein, die bei der Erscheinung einer Frau mit Kind losbrachen, und geheilt worden sein; am nächsten Tag fand man in der Nähe ein Bild der Jungfrau mit Kind. 1754 wurde das Heiligtum der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom angegliedert, 1784 die Madonna feierlich gekrönt.
Sehenswertes
Zum Eingang gelangt man zu Fuß über einen abschüssigen, für Autos gesperrten Kieselpfad, der in einer breiten Treppe endet. Die Kirche im Stil zwischen Renaissance und Barock hat zwei Fassaden mit zwei Portalen. Innen gibt es ein Schiff mit acht Altären und Stuck von Nicolò Curti von 1762; am Gewölbe und in der Apsis zeigen drei Fresken des Catanesers Alessandro Abate von 1947 die Verherrlichung der Madonna, die Erscheinung vor den Frauen und die Auffindung des Bildes.
Links vom Eingang steht der manieristische Marmorsarkophag von Fernando Vega, 1557 von Rocco di Rapi gemeißelt, daneben die Vitrine mit seinem Helm und einem Teil der Rüstung. In der Kapelle der Madonna dei Miracoli hängt unter einem Bogen aus rotem Marmor das verehrte Bild, 1890 nach einem Brand übermalt und 1963 von Gianbecchina restauriert. Auf dem Hochaltar zeigt Giuseppe Patanias Gemälde von 1828 die Madonna mit den Mitpatronen Rochus, Sebastian und Rosalia am Ende der Pest von 1575; weitere Bilder Patanias sind an den Seitenaltären, an der rechten Wand ein Marmormedaillon mit Judith von Gagini.
Der Besuch
Das Fest der Madonna dei Miracoli vom 19. bis 21. Juni ist das wichtigste Fest von Alcamo. Mess- und Öffnungszeiten sind beim Bistum Trapani zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Im Mai, dem Marienmonat, gehen die Gläubigen betend den Kieselpfad hinab und besuchen abends die Gottesdienste im Heiligtum.






