Im freien Land westlich von Castelvetrano steht eine kleine normannische Kirche nach dem Vorbild der byzantinischen Cuba, aus der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts. Von außen sieht man die drei nach Osten vorspringenden Apsiden und auf der anderen Seite die drei Türen, die ihnen entsprechen; und diese drei Türen waren nicht gleichwertig, denn jede diente einer anderen Gruppe von Menschen.
Sehenswertes
Die Seitentüren waren den Männern vorbehalten, die beim Eintreten ihren Platz in den entsprechenden Seitenschiffen nahmen; die mittlere Tür war für die Frauen, die nach griechischem Ritus in einem durch Holzschranken abgeteilten Bereich blieben. Der Bau trägt also eine gesellschaftliche Regel in seinem Grundriss, und das ist der direkteste Weg zu verstehen, wie man damals in der Kirche stand.
In der Mitte erhebt sich eine Kuppel über quadratischem Tambour, mit vier Fenstern und Spitzbögen auf wiederverwendeten antiken Säulen aus Cipollinmarmor und rotem Granit mit Akanthuskapitellen. Die Kreuzarme sind tonnengewölbt, die Ecken kreuzgewölbt. Im neunzehnten Jahrhundert restaurierte sie eine einheimische Familie und machte sie zugleich zu ihrer Grabkapelle.
Der Besuch
Die Kirche liegt wenige Kilometer von Castelvetrano, zwischen Olivenbäumen nahe einem Stausee, und ist nur mit dem Auto erreichbar; geöffnet wird nicht durchgehend und hängt von den Aufsehern ab, man erkundigt sich also besser im Ort, bevor man losfährt. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Halten Sie vor dem Eintreten bei den drei Türen inne und fragen Sie sich, durch welche Sie gegangen wären. Eine banale Frage, die alles verändert: Dieser Bau ist nicht nur eine schöne Form inmitten der Felder, er ist eine Vorrichtung, die entschied, wo jeder zu stehen hatte, und seine Schönheit ist die Folge davon.
