⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica Cattedrale del Santissimo Salvatore

📍 Mazara del Vallo, Sizilien · 47/100

Roger I. gelobte sie während der Schlacht von 1072 gegen die Sarazenen: Die Kathedrale des Allerheiligsten Erlösers entstand als Dank, erbaut zwischen 1086 und 1093 unter der Leitung von Etienne de Rouen, auf den Trümmern einer alten Basilika, die die Sarazenen 828 zerstört hatten. Sie ist die Mutterkirche des Bistums Mazara del Vallo, und unter dem barocken Gewand bewahrt sie noch die normannische Anlage, die der Großgraf wollte.

Sehenswertes

Die Fassade folgt den nordeuropäischen Vorbildern, die die Normannen mitbrachten — Doppelturm, Querschiff mit drei Apsiden nach cluniazensischem Muster —, wurde im 17. Jahrhundert aber von einer barocken Hülle überzogen. Der Innenraum teilt sich in drei Schiffe auf toskanischen Säulen und Rundbögen; über der Vierung und den Querhausarmen sitzen Kuppeln, außen mit farbiger Majolika gedeckt. Die mittlere, elliptische birgt das Jüngste Gericht, das Rosario Spagnolo aus Cefalù zwischen 1910 und 1914 als Fresko malte. Das berühmteste Stück steht im Presbyterium: die Verklärung auf dem Berg Tabor, sechs Marmorfiguren — der verklärte Christus, Mose, Elija, Petrus, Jakobus und Johannes —, 1532 bei Antonello Gagini in Auftrag gegeben und 1537 von seinem Sohn Antonino vollendet. In den Jahren 1576-77 zerlegte Bischof Antonio Lombardo das Ensemble, um einen künstlichen Berg zu bauen, der die Hänge des Tabor nachahmte. Im Querschiff begegnen dir die Gagini erneut: das Ziborium Antonellos und die Statue des heiligen Vinzenz von 1537, während die Kapelle Maria Santissima del Soccorso die Madonna del Soccorso von Domenico Gagini und ein Fresko des Christus Pantokrator aus dem 13. Jahrhundert verwahrt. Im rechten Seitenschiff steht das Portal des heiligen Ägidius, Marmor von Bartolomeo Berrettaro aus dem Jahr 1525 mit acht Feldern, davor zwei römische Sarkophage mit der Amazonomachie und der Jagd des Meleager.

Der Besuch

Unter dem Triumphbogen hängt ein bemaltes Holzkreuz eines unbekannten sizilianischen Meisters des 13. Jahrhunderts, auf der einen Seite der gekreuzigte Christus, auf der anderen das Agnus Dei zwischen den Symbolen der vier Evangelisten. Der Stuck der Schiffe, vor allem der des Mittelschiffs von Pietro Orlando, verdient einen langsamen Blick. Die heutige Kirche geht auf den Wiederaufbau zurück, den Bischof Francesco Maria Graffeo am 18. Juni 1690 nach einem Entwurf des Trapanesen Pietro Castro begann und der 1694 abgeschlossen wurde; 1980 erhob Johannes Paul II. sie zur Basilica minor.

Tipp der Redaktion

Komm herein, wenn das Licht von der Seite einfällt: Die Majolikakuppeln und der vergoldete Strahlenkranz der Sakramentskapelle verändern sich vollkommen. Und gib dich nicht mit der Verklärung aus der Ferne zufrieden — tritt an die beiden seitlichen Nischen des Presbyteriums heran, wo die knienden Figuren von Bischof Antonio Lombardo und Großgraf Roger hervorschauen, die beiden Männer, die im Abstand von fünf Jahrhunderten ihren Namen an diese Kirche gebunden haben.

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