Simplicia hießen in der alten Sprache die Heilpflanzen: jene, aus denen man die Mittel gewann. Dieser Garten wurde 1545 von Cosimo I. de' Medici gegründet, damit Ärzte und Apotheker sie am lebenden Objekt statt aus Büchern erkennen lernten, und er ist dem Alter nach der dritte botanische Garten der Welt, nach denen von Pisa und Padua.
Sehenswertes
Die Anlage ist schachbrettartig, mit rechteckigen Beeten zwischen den Wegen, nach dem Renaissanceplan, der die Arten ordnen und wiederfinden lassen sollte. Es gibt sehr alte Bäume, darunter im achtzehnten Jahrhundert gepflanzte Exemplare, und die Gewächshäuser mit Sukkulenten, Orchideen, Farnen und den tropischen Sammlungen.
Im Freien liegen die Azaleensammlung, die Heilpflanzen und die Arten der toskanischen Flora. Der Garten gehört zum naturkundlichen Museum der Universität Florenz und ist weiter ein Ort des Studiums, mit wissenschaftlichen Schildern und Versuchsbeeten: kein Park, sondern eine lebende Sammlung.
Der Besuch
Der Eingang liegt in der Via Micheli, hinter der Piazza San Marco, zehn Minuten vom Dom; Eintritt gegen Gebühr, Zeiten und Schließtage wechseln mit der Jahreszeit, im Winter eingeschränkt geöffnet. Eine Stunde.
Tipp der Redaktion
Suchen Sie die ältesten Bäume und lesen Sie die Schilder mit dem Pflanzdatum: Manche standen schon da, als Florenz eine großherzogliche Hauptstadt war. Setzen Sie sich dann hinten auf eine Bank, weit vom Eingang: Es ist einer der wenigen Orte im Zentrum von Florenz, an denen man keine Motorroller hört, und niemand weiß davon.
